12.05.2009

Gegen Gewalt im Jugendtreff - Musikstudio 327 im Jugendtreff Blockdiek

Foto: Im Studio; Jugendtreff BlockdiekFoto: Im Studio; Jugendtreff Blockdiek
Foto: Beim Auftritt; Jugendtreff Blockdiek
Foto: Jugendliche performen eigene Songs; Jugendtreff Blockdiek
„Die Musik verleiht uns Selbstwertgefühl und macht uns für das Leben stark.“
Von Stefanie Allesch (Jugendtreff Blockdiek, Bremer Sportjugend)

Das Projekt
Etwa 50 Jugendliche arbeiten aktiv in dem kleinen Tonstudio in der Jugendeinrichtung in Bremen-Blockdiek. Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit - für Toleranz und Solidarität stehen die Songs, die die Jugendlichen selbst texten und performen. Die Jugendlichen stammen aus der Türkei, dem Libanon, Ghana, dem Iran, Afghanistan, Polen, und weiteren Ländern. Sie schreiben über ihr Leben; über ihre Hoffnungen, ihre Ängste und Stärken, über ihren Alltag, über gute und erschreckende Erlebnisse. Die Musik ihrer Lieder komponieren sie selbst.
Mit ihrer Musik wollen die Jugendlichen Zeichen setzen: Sie singen für den gemeinschaftlichen Zusammenhalt aller Nationen, sie machen Mut für sich selbst und andere Einzustehen und sich nicht von Ungerechtigkeiten unterkriegen lassen. Sie stellen sich gegen Extremismus, Benachteiligung und Diskriminierung.

Darüber hinaus ist im Studio mit einer Vielzahl von Kursen eine Maßnahme ins Leben gerufen worden, die den Jugendlichen hilft neue Perspektiven für sich zu entwickeln. Zu den Kursen zählen digitale Schnitttechnik, die Erstellung eigener Cd- und Videoproduktionen, die Einführung in die Technik der Studioanlage, Gesangstraining (Rap und HipHop), Vermittlung von Grundkenntnissen in Keyboard und Notenlesen, sowie die Vertonung und Produzierung eigener Songs. Die Arbeit in dem Musik- und Video-Produktionsstudio gibt den Jugendlichen die Chance sich im Rahmen eines spannenden Projekts zu beweisen und technische und musikalische Kenntnisse zu erarbeiten. Sie lernen sich selbst zu motivieren und längerfristig zu engagieren. Durch eine erfolgreiche Teilnahme wird ihr Selbstbewusstsein und Mut aufgebaut, sich anderen zu zeigen und zu öffnen. Sie lernen so andere Wege als die Gewalttätigkeit zur Lösung ihrer Konflikte kennen. Darüber hinaus wird durch die Gruppenarbeit die Gemeinschaft untereinander gefördert und Verständnis füreinander entwickelt.

Entstehung:
Die Idee ein Tonstudio einzurichten stammt von zwei Jugendleitern des Jugendtreffs, die persönlich bereits seit Jahren Musik machten. Die Jugendleiter sind ehemalige BesucherInnen des Jugendtreffs und über ihre ehrenamtliche Tätigkeit in die Arbeit im Jugendtreff hinein gewachsen. Sie selbst hatten noch vor einigen Jahren große Probleme sich selbst zu finden und fühlten sich desintegriert und ausgeschlossen, was sie mit Hilfe ihrer Leidenschaft zur Musik überwinden konnten. „Die Musik hat uns Selbstwertgefühl verliehen und uns für das Leben stark gemacht“, sagen sie selbst. Und das möchten sie nun an andere Jugendliche weitergeben. Ihre Qualifizierung beruht jedoch nicht nur auf privaten Cd- und Videoproduktionen, sondern auch auf Kamerakursen beim Bürgerrundfunk, einem Praktikum bei Bremen Energy, der Projektleitertätigkeit in einem anderen Tonstudio und viel praktischer Erfahrung. Die Kurse und Projekte werden von diesen beiden Jugendleitern des Jugendtreffs durchgeführt.

Ehrenamt und Beteiligung:
Unsere BesucherInnen treten nicht nur als Konsumenten auf, sondern entwickeln die Projekte auch in Eigeninitiative. Bei der Produktion eigener Cds und Videos werden sowohl technische Kenntnisse vermittelt, als auch die Jugendlicher gefördert: Sie sollen die vermittelten Erkenntnisse selbstständig umzusetzen und eigene Ideen entwickeln. Das Gesangstraining und der Musikunterricht sollen dazu führen, dass die TeilnehmerInnen eigene Songs aufnehmen. Im Kurs „digitale Schnitttechnik“ übernehmen die TeilnehmerInnen beispielsweise das Schneiden und Zusammenstellen der Aufnahmen des Blockdiek Street Musik Festivals. Darüber hinaus sollen einige von Ihnen außerdem in die Technik der Gerätschaften eingewiesen zu werden, diesbezüglich so intensiv geschult werden, dass sie langfristig gesehen das Studio partiell eigenständig nutzen können.

Perspektiven:
Die Arbeit im Tonstudio wird fortgesetzt. Perspektivisch sollen die Jugendlichen dahin gehend geschult werden, dass einige von ihnen ähnliche Aufgaben wie die beiden Jugendleiter ausführen können. So ist es möglich das Tonstudio häufiger und intensiver zu nutzen.
Mit dem Preisgeld vom Bündnis für Demokratie und Toleranz soll mitunter eine Mobilbühne angeschafft werden. Mit der Mobilbühne können wir verstärkt kleinere und größere Musik- und Tanzveranstaltungen, sowohl drinnen als auch draußen durchführen.

Mehr Informationen unter Interner Linkwww.bremer-sportjugend.de!




 

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