15.02.2018

Klausurtagung: AG Extremismus der Bundeszentrale für politische Bildung

Teilnehmende bei der Klausurtagung AG Extremismus (Bild: bpb)Teilnehmende bei der Klausurtagung AG Extremismus (Bild: bpb)

Wie kann die politische Bildung auf extremistische Positionen innerhalb einer Gesellschaft reagieren? Welche unterschiedlichen Perspektiven zum Thema Extremismus lassen sich einnehmen und welche Anknüpfungspunkte können dahingehend für die eigene Arbeit im Rahmen der Bundeszentrale für politische Bildung erschlossen werden?

Bundeszentrale für politische Bildung (Bild: bpb)
Dies waren zentrale Fragen, denen auf einer zweitägigen Klausurtagung der AG Extremismus am 29. und 30. Januar in Dortmund nachgegangen wurden. Knapp 40 Teilnehmende aus den verschiedenen Fachbereichen der bpb einschließlich des Bündnisses für Demokratie und Toleranz und der Regiestelle „Zusammenhalt durch Teilhabe“ beschäftigten sich in drei thematisch unterschiedlichen Panels mit ausgewählten Problemstellungen als Herausforderungen an die politische Bildungsarbeit.

Vor dem Hintergrund des G20-Gipfels in Hamburg präsentierten im ersten Panel unter dem Titel „Politische Bildung gegen fliegende Flaschen“ Dr. Matthias Micus, Leiter der Forschungsstelle zur Analyse politischer und religiöser Extremismen an der Universität Göttingen und Dr. Alexander Leistner vom Deutschen Jugendinstitut Halle, eine Einführung in die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Begriff der Linken Militanz und die dahingehende Unterscheidung zum Linksextremismus. Darauffolgend wurden im Plenum vor allem die Fragen diskutiert, wie diesem Phänomen vonseiten der politischen Bildung begegnet werden kann und welche Formate für welche Zielgruppe am geeignetsten erscheinen.

Im zweiten Block der Klausurtagung wurde sich mit Radikalisierungstendenzen, genauer mit der Persönlichkeitsentwicklung radikalisierungsgefährdender Personen auseinandergesetzt. Kerstin Sischka, Diplom Psychologin und Fachberaterin, und Alexey Manevich, Mitarbeiter der Beratungsstelle Radikalisierung im Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, stellten hierfür relevante Erklärungsansätze aus den Bereichen der Psychologie und Psychiatrie vor. Anhand dieser Erkenntnisse wurden praxisnahe Szenarien von radikalisierungsgefährdeten jungen Menschen aus der salafistisch-jihadistischen Szene besprochen und Strategien zur Prävention durch Ansätze der politischen Bildungsarbeit erarbeitet und diskutiert.

Das dritte Panel trug den Titel „Wir holen uns unser Volk zurück“ und thematisierte die veränderten Bedingungen der politischen Bildung vor dem Hintergrund eines Erstarkens rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen sowie einem Ansteigen rechtsextremer Gewalttaten. Der Journalist und Investigativreporter des Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) Olaf Sundermeyer vergegenwärtigte hierbei bewährte Strategien rechtspopulistischer Akteur/-innen und verdeutlichte gleichsam deren xenophobe Einstellungsmuster und völkische Weltbilder. Der Input von Olaf Sundermeyer war Ausgang für eine grundlegende Diskussion darüber, wie die Arbeit der verschiedenen Fachbereiche der Bundeszentrale in der Annahme dieser Herausforderungen aussehen kann und welche Konsequenzen diese veränderten Anforderungen für die gesamte politische Bildung haben.

Die Tagung diente über Input und anschließenden Reflektionsformaten hinaus auch dem fachlichen Austausch der Mitarbeitenden der einzelnen Fachbereiche hinsichtlich geplanter Angebote im Jahr 2018.


 

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