Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz - strukturfit für Demokratie!

Bekanntermaßen versuchen vor allem rechtsextreme Parteien und Gruppierungen zur Umsetzung ihrer ideologischen Ziele ihr Gedankengut in allen Bevölkerungsschichten und Altersgruppen zu verbreiten. Solche Bestrebungen machen nicht Halt vor Vereinen und Organisationen, die Jugendarbeit in freier Trägerschaft betreiben, zu denen auch die Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz zählt.

Demokratiefeindliches und diskriminierendes Denken und Handeln widerspricht eindeutig den Idealen der Jugendfeuerwehr als eine von Toleranz und friedlichem Miteinander geprägte soziale Gemeinschaft für Kinder und Jugendliche. Dementsprechend gilt es solchen Tendenzen frühzeitig und mit vereinten Kräften aktiv entgegen zu wirken. So hat auch die Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz für sich die Notwendigkeit zum Handeln erkannt und das Projekt „Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz – strukturfit für Demokratie“ in Weiterführung des Bundesmodellprojektes der Deutschen Jugendfeuerwehr, „Jugendfeuerwehren – strukturfit für Demokratie“, ins Leben gerufen.

Ziel des Projektes ist es, demokratiefeindlichen Provokationen bzw. Infiltrationsversuchen mit systematischer und zielgerichteter Prävention und wo nötig Intervention zu begegnen und Mitgliedern der Jugendfeuerwehr und Führungskräften eine adäquate Hilfestellung insbesondere im Umgang mit rechtsextremistisch motivierten Vorfällen zu geben. Entsprechend der Zielsetzung sollen zwei einander ergänzende Module die einzelnen Jugendfeuerwehren in Rheinland-Pfalz bei ihrer Arbeit gegen demokratiefeindliches Denken und Handeln in den eigenen Reihen und darüber hinaus unterstützen: Das „Bildungsmodul“ umfasst sowohl eine zielorientierte Jugendgruppenleiterschulung (JuLeiCa-Ausbildung), die insbesondere Jugendwarte, sowie deren Stellvertreter und Betreuer dazu befähigen sollen, in den Jugendfeuerwehrgruppen Präventionsarbeit zu leisten und im Krisenfall qualifiziert intervenieren zu können, als auch die Bereitstellung von Informationsmaterial für die Aufklärungsarbeit in der Öffentlichkeit.

Ergänzend wurde im Januar 2010 im Rahmen des Bundesmodellprojektes ein Trainingshandbuch veröffentlicht. Dieses wurde speziell für die JuLeiCa-Ausbildung im Rahmen des Modellprojekts unter unserer Mitwirkung entwickelt. Es soll die vorhandene JuLeiCa-Ausbildung um die Themen “Demokratie lernen“ und „Umgang mit Rechtsextremismus“ erweitern. Aus der Anfangsidee, ein einzelnes Bildungsmodul zu entwickeln, wurde dem signalisierten Bedarf entsprechend ein Konzept für ein vollständiges Handbuch mit zahlreichen Fallbeispielen, Argumentationshilfen, Spielvorschlägen und Methoden rund um die Arbeit zum Thema Rechtsextremismus, Antisemitismus, Homophobie und Sexismus. Seit Sommer 2010 ist die Arbeit mit dem Trainingshandbuch in Rheinland-Pfalz fester Bestandteil der Jugendfeuerwehrwart-Ausbildung und das Projekt hat einen eigenen Bereich auf der Homepage der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz. Das „Kommunikationsmodul“ beinhaltet ein Melde- und Frühwarnsystem für Vorfälle mit demokratiefeindlichem Hintergrund, das Betroffenen ermöglichen soll, schnell, unbürokratisch und anonym, z.B. über den „Problemmelder“ auf der Homepage der Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz (http://jf-rp.de), mit eigens dafür geschultem Personal, so genannten „Problemhelfern“, in Kontakt zu treten, um sich dort Rat und bei Bedarf Unterstützung zu holen.

Hauptsächliche Nutzer des Projektes sind die knapp 14.000 Mitglieder der JF RLP. Es besteht aber für alle Menschen die Möglichkeit Probleme zu melden und sich über den Internetauftritt des Projektes rund um das Thema Demokratieförderung zu informieren. Im Rahmen des Projektes wurde zudem ein Leitbild erstellt, welches im Frühjahr 2010 veröffentlicht wurde. Am 20. Dezember 2011 wurde das Projekt „Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz – strukturfit für Demokratie“ im Rahmen einer Präsentation in Mainz der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und durch den Minister des Inneren, für Sport und Infrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz, Herr Staatsminister Roger Lewentz, offiziell gestartet. Aktuell besteht die Projektgruppe aus sieben ehrenamtlichen, zwei hauptamtlichen Mitgliedern und es wird ehrenamtlich geleitet. Die Projektgruppe arbeitet mit verschiedenen Institutionen zusammen und erhält von diesen bei Bedarf auch Hilfe und Unterstützung. Kooperationspartner sind u. a. die Deutsche Jugendfeuerwehr, das Beratungsnetzwerk gegen Rechtsextremismus und das Netzwerk für Demokratie und Courage.


Projekt:Jugendfeuerwehr Rheinland-Pfalz - strukturfit für Demokratie!
Ansprechpartner:Jugendfeuerwehr RLP
Kontaktdaten:info@jf-rp.de
Internet:http://www.jf-rp.de/

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