3. Internationale Konferenz zur Holocaustforschung

Die Beschäftigung mit dem Nationalsozialismus in Deutschland gilt inzwischen auch international als positives Beispiel der Aufarbeitung eigener Schuldgeschichte. Der Schulunterricht wie die außerschulische politische Bildung zum Thema sind, wie Umfragen belegen, erfolgreich: Eine Mehrzahl der Schülerinnen und Schüler interessiert sich für die NSVergangenheit, kennt die Fakten und weiß sie einzuordnen. Die Mahnung, dass die Geschichte sich „niemals wiederholen" möge, ist fester Bestandteil kollektiver Erinnerung und offiziellen Gedenkens.

Die Schwierigkeit, praktische Lehren aus der Vergangenheit ziehen zu können, zeigt sich allerdings an der Realität von Völkermorden in der Gegenwart. Vor dem Hintergrund einer wachsenden zeitlichen Distanz zu den historischen Ereignissen stellt sich verstärkt die Frage, welche Wirksamkeit das Gedenken an die Opfer und das Erinnern an die Verbrechen heutzutage haben und welche Lehren aus der Geschichte gezogen werden können. Das Diktum, dass man am Beispiel des größten Massenverbrechens der Geschichte Toleranz, Zivilcourage und politische Wachsamkeit lernen könne, besteht weiterhin. Warum dies so sein soll und in welcher Form dies geschehen kann, sind nach wie vor offene Fragen.

Die wissenschaftliche Forschung hat sich intensiv mit den Ursachen, den Ereignissen selbst, den Opfern sowie den nationalsozialistischen Täterinnen und Tätern auseinandergesetzt. Vergleichsweise wenig ist bekannt über diejenigen, die sich der Verführung zur Gegenmenschlichkeit entzogen haben. Helfer und Retter im Nationalsozialismus treten in ganz unterschiedlicher Gestalt und mit unterschiedlichsten Motiven auf; sie kommen aus allen Schichten, haben die verschiedensten politischen und religiösen Einstellungen, sind Frauen und Männer, handeln allein, zu zweit oder im Rahmen größerer Netzwerke. Gemeinsam haben sie, dass sie Handlungsspielräume dort wahrnehmen, wo andere keine sehen.

Auf der Konferenz werden die neuesten Erkenntnisse der Helferforschung zu prosozialem Verhalten unter totalitären Bedingungen aus interdisziplinärer Perspektive vorgestellt. Die Konferenz wird im Plenum Deutsch-Englisch simultan übersetzt. Bei Bedarf wird die Veranstaltung in Gebärdensprache übersetzt. Um frühzeitige Rückmeldung wird gebeten.

Nähere Informationen finden Sie Interner Linkhier.



Datum:27.01.2011, 09:30 bis 28.01.2011, 17:00
Veranstaltungsort:dbb forum berlin

Friedrichstraße 169/170
10117 Berlin
Veranstalter:Bundeszentrale für politische Bildung, Kulturwissenschaftlichen Institut Essen, Stiftung Gedenkstätte Deutscher Widerstand

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