Zeitzeugenprojekte des Maximilian-Kolbe-Werks e.V.


Das Maximilian-Kolbe-Werk ist ein Hilfswerk für die
Überlebenden der Konzentrationslager und Ghettos. Es hilft den ehemaligen
Häftlingen in Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas unabhängig von
ihrer Religion, Konfession oder Weltanschauung und will somit zur Verständigung
und Versöhnung beitragen. Fester Bestandteil der Arbeit des MKW ist seit vielen
Jahren die Zeitzeugenarbeit mit Überlebenden des nationalsozialistischen
Terrors.

Seit 2006 findet alljährlich ein Zeitzeugenprojekt in
Kooperation zwischen dem MKW und dem Sächsischen Staatsministerium für Kultus
statt, für welches ein Dutzend sog. Programmschulen ausgewählt wurde. Sie
liegen überwiegend in Regionen Sachsens, in denen rechtsextreme Strömungen
spürbar sind. Im September 2009 waren die Ehrenamtlichen des MKW mit sechs
Zeitzeugen in 14 Schulen in Sachsen und erreichten in 38 Klassen rund 1.000
Schüler der
Jahrgangsstufen 8 bis 12. Sämtliche Schulen erhielten im Vorfeld eine Kurzinformation
über die Zeitzeugen, die sich für die Begegnung zur Verfügung stellen. Jeder
Zeitzeuge wurde von einem ehrenamtlichen Mitarbeiter des MKW begleitet. Für die
eigentliche Begegnung mit den Schülerinnen und Schülern standen jeweils zwei
bis drei Unterrichtsstunden zur Verfügung. Nach einem ausführlichen Bericht des
Zeitzeugen konnten die Jugendlichen Fragen stellen. Die Betroffenheit der
Schüler war jedoch oft so groß, dass die Fragen oft nur zögernd gestellt wurden.
Angesichts der drastischen Lebensberichte der Überlebenden kommt ihnen alles,
was sie ursprünglich fragen wollten, sehr banal vor.

Ein weiteres Zeitzeugenprojekt in Sachsen wurde vom 9. bis 24. Juli 2009
im IBZ St.Marienthal an der Neiße durchgeführt. Eine Gruppe von 19
ehemaligen KZ- und Ghetto-Häftlingen aus der Ukraine und aus Weißrussland hielt
sich dort zu einem Erholungs- und Begegnungsaufenthalt auf. In diesem Rahmen fand
eine dreitägige Begegnung mit einer Gruppe von acht Jugendlichen und jungen
Erwachsenen des Vereins „Alternatives Kultur- und Bildungszentrum e.V."
(AKuBiZ) aus Pirna statt. Die Gäste und die Jugendlichen konnten einige Tage
miteinander leben und das Erfahrene miteinander reflektieren. Zwischen den
Zeitzeugen und den Jugendlichen entstand ein Vertrauensverhältnis, ein
geschützter Raum, in dem es möglich war, sich zu öffnen und auszutauschen.



Projektträger:Maximilian-Kolbe-Werk e.V.
Ansprechpartner:Geschäftsführer: Wolfgang Gerstner
E-Mail:info@maximilian-kolbe-werk.de
Telefon:0761-200-348
Internet:http://www.maximilian-kolbe-werk.de/

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