Spanische Deportierte in NS-Lagern: Geschichte und Erinnerung

Am Ende des spanischen Bürgerkrieges überquerten hunderttausende Spanier auf der Flucht vor dem Faschismus die Grenze zu Frankreich. Viele von ihnen wurden in Internierungslager gebracht. Tausende von Männern schlossen sich den Compagnies de travailleurs étrangers (Arbeitseinsatzgruppen für Ausländer) an, die größtenteils mit dem Bau von Festungswerken im Nordosten Frankreichs beauftragt waren.

Mit dem Vormarsch der Wehrmacht in Sedan wurde die französische Verteidigung Mai 1940 überrannt, so dass viele dieser Spanier den Nazis in die Hände fielen. Um die 40.000 Spanier kamen in deutsche Arbeits- und Kriegsgefangenenlager, viele von ihnen wurden in Konzentrationslager verschleppt. Die Franco-Regierung, die als Verbündeter der Nationalsozialisten galt, betrachtete diese Republikaner als "Rote" und somit nicht als Staatsangehörige. Dadurch ermöglichte sie die Deportation der Spanier in die Konzentrationslager, die mit einem Transport nach Mauthausen begann.

Etwa 10.000 Spanier wurden in die Konzentrationslager Mauthausen, Dachau, Buchenwald, Sachsenhausen, Bergen-Belsen, Ravensbrück, Treblinka, Auschwitz oder Neuengamme verschleppt. Mehr als die Hälfte von ihnen überlebte die KZ-Haft nicht. Die Überlebenden waren im eigenen Land bis 1975 der Ablehnung und Verfolgung durch Francos Regierung ausgesetzt.

Im Rahmen dieser Tagung soll die Geschichte der Deportation spanischer Bürger in die nationalsozialistischen Konzentrationslager in den internationalen geschichtlichen und historiografischen Kontext eingegliedert werden. Gleichzeitig will diese Tagung Debatte und Reflexion über den Aufbau von Demokratie in Europa seit der Zwischenkriegszeit bis heute anregen. Auf diese Weise soll das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger Europas für die Bedeutung der Menschenrechte und der Demokratie geschärft werden.

Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie Download-Iconhier.




Datum:07.09.2010 bis 09.09.2010
Veranstaltungsort:Topographie des Terrors

Stresemannstr. 111
10963 Berlin
Veranstalter:Kooperationsprojekt Stiftung Topographie des Terrors
Kontaktdaten:030 – 240 886 16
andres.nader@amadeu-antonio-stiftung.de

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