Filmprojekt Joseph Tudyka - "Zukunft gestalten ohne zu vergessen" e.V.

In dem Filmprojekt des Vereins steht die Lebensgeschichte von 2 Menschen im Mittelpunkt:
1. Joseph Tudyka, 1908 in Beuthen/ Oberschlesien geboren, 1926 als Glasmacher nach Weißwasser gekommen, verstorben 1976;
2. Die 1920 geborene Berliner Jüdin Edith Sonneberg, verheiratete Müller.

Edith Sonneberg emigrierte 1939 in die Niederlande. Über das KZ Westerbork wurde sie in das Ghetto Theresienstadt deportiert, von dort nach Auschwitz und nach Selektion in das Außenlager Schlesiersee II. In der Nacht von 21. zum 22. Januar 1945 wurde dieses Lager von der heranrückenden Roten Armee geräumt und dessen Insassen Richtung Westen getrieben. Am 18. Marschtag gelang Edith Sonneberg die Flucht, wurde jedoch schon bald von einem Feldgendarm wieder aufgegriffen und in das Lager an der "Bärenhütte" in Weißwasser gebracht. Als bald darauf die Insassinnen auch dieses Lagers westwärts getrieben wurden, war es der Weißwassereraner Bürger Joseph Tudyka, der dafür sorgte, dass Edith Sonneberg, völlig entkräftet, schwerkrank und nicht marschfähig, im Frauenaußenlager Weißwasser verblieb. In einem sicheren Versteck versorgte er Edith Sonneberg bis zur Befreiung mit dem Notwendigsten. Für diese lebensrettende Tat ist Joseph Tudyka von der israelischen Holocaust-Gedenkstätte YAD VASHEM in Jerusalem mit dem Ehrentitel "Gerechter unter den Völkern" am 30. Mai 2007 in der Israelischen Botschaft Berlin ausgezeichnet worden.

Um die Geschichte der Rettung von Edith Sonneberg- Müller in ihrer Bedeutung mehr als 60 Jahre nach den Geschehnissen überhaupt noch verstehen zu können, ist es wohl angebracht, sich den historischen Hintergrund der berüchtigten "Todesmärsche" zu vergegenwärtigen. Nach heutigen Schätzungen fielen allein der dritten Phase der Todesmärsche 400 000 Menschen zum Opfer.
Vor diesem Hintergrund muß die Rettungstat von Joseph Tudyka gesehen werden. "Die Judenretter aus Deutschland" (Maria Keim), Menschen wie Joseph Tudyka, folgtem ihrem Gewissen, zeigten Menschlichkeit in einer Zeit der Unmenschlichkeit und bewiesen Zivilcourage.

Zusammen mit den Projektteilnehmern (dem Verein, Schülern des Landau Gymnasiums, der Firma tito cutura) wollen wir sämtliche Informationen zusammentragen und Interviews mit Zeitzeugen führen. Die Jugendlichen sollen dann alle Erkenntnisse aufzeichnen und in einem Film verarbeiten. In der Abschlußphase werden alle Projektteilnehmer gemeinsam an der Gestaltung arbeiten. Dieser Film wird Regional- und Ortsgeschichte dokumentieren, soll in Schulen gezeigt werden, Archiven im In- und Ausland angeboten werden und dient als Informationsmaterial für Gäste unserer Stadt.




Projekt:"Zukunft gestalten ohne zu vergessen" e.V.
Ansprechpartner:Gudrun Albrecht
Kontaktdaten:03576 / 404777
zukunft-wsw@gmx.de

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