Gewalt und Rechtsextremismus haben bei uns keine Chance

Die Förderschule für Lernbehinderte in Dessau-Roßlau wird von ca. 79 Schüler/innen mit Lernschwierigkeiten besucht. Die Schüler/innen der Klassen 8 und 9 und ihre Klassenlehrer/innen sahen die Notwendigkeit, präventiv gegen Gewaltbereitschaft innerhalb der Schule zu wirken und neue Lösungsansätze bei Konflikten in der Schule zu suchen. So wurden zunächst Klassenwettbewerbe eingeführt, die die Schüler/innen für das Einhalten der aufgestellten Regeln mit entsprechenden „Smilies“ belohnten. Jedes Kind sollte damit für ein gewaltfreies Zusammenleben in der Schule motiviert werden.
Des Weiteren entstand in Zusammenarbeit mit der Präventionsbeauftragten der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt-Ost und der Jugendherberge Dessau das Projekt „Gewalt und Rechtsextremismus haben bei uns keine Chance“.
Schwerpunkt des Projektes ist es, verschiedene Religionen und Kulturen kennen zu lernen, wobei die Schüler/innen, von denen ein Großteil aus sozial schwächer gestellten Familien kommt, während des Projekts Vertreter/innen verschiedener Religionen und Kulturen kennen lernten und sich außerdem mit Rechtsextremismus auseinandersetzten. So lernten die Schüler/innen den Islam und die kulturellen Hintergründe einer Migrantin aus dem Irak kennen, die als Vertreterin des Multikulturellen Zentrums „Grenzenlos e.V.“ das Projekt unterstützte. Um die jüdische Religion kennen zu lernen, besuchten die Schüler/innen die jüdische Gemeinde in Dessau, wo sie einen jüdischen Gebetsraum betraten und von Zeitzeugen Informationen über jüdische Traditionen, Feste und Symbole des jüdischen Glaubens erhielten. Ebenso besuchte die Projektgruppe unter Führung eines pensionierten Pfarrers die „Stolpersteine“ der Stadt Dessau, ein Mahnmal für die nationalsozialistische deutsche Vergangenheit. Darauf folgte ein Besuch und eine Führung in eine evangelische Kirche, um das Christentum besser kennen zu lernen. Einen weiteren Höhepunkt bildete das Zusammentreffen mit ausländischen Mitbürger/innen, wobei die Schüler/innen in der Jugendherberge Dessau nach einer Diskussionsrunde einen gemeinsamen Kochabend veranstalteten, bei dem sie Fragen zu der „fremden“ Kultur stellen konnte. Ein weiterer Bestandteil des Projekts war schließlich eine Veranstaltung mit einem Vertreter des „Mobilen Beratungsteams gegen Rechtsextremismus“, der die Schüler/innen dazu ermunterte, sich mit Rechtsextremismus auseinander zu setzen.
Die Schüler/innen setzten sich durch das Kennenlernen der fremden Religionen und Kulturen somit auf vielfältige Weise mit der eigenen Kultur und dem eigenen Verhalten auseinander.


Projektträger:Förderschule für Lernbehinderte Roßlau
Ansprechpartner:stellv. Schulleiterin Frau Stieler
Telefon:034901-83257

Informiert bleiben

Facebook
YouTube

Logo BPB
Seit 2011 ist die Geschäftsstelle des BfDT Teil der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb