Arbeitsgemeinschaft Ziviler Friedensdienst in Deutschland

Fremdenfeindliche Übergriffe, Gewalttätigkeiten, Spannungen zwischen sozialen und ethnischen Gruppen - dort, wo Konflikte sich zuspitzten, sollen erfahrene Konfliktberater den Betroffenen helfen, Wege aus der Gewalt zu finden. Mit diesem Ziel gründete sich im September 2002 in Berlin die "Arbeitsgemeinschaft Ziviler Friedensdienst in Deutschland".

Mitglieder sind mehrere Dachorganisationen der Friedensarbeit mit nahezu 100 Mitgliedsorganisationen und das Niedersächsische Ministerium für Inneres und Sport. Unterstützt wird die Arbeitsgemeinschaft von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Mit dem Aufbau eines Zivilen Friedensdienstes in Deutschland will die Initiative in kommunalen Brennpunkten einen wirkungsvollen Beitrag zur Lösung von Konflikten leisten. Schwerpunkt der Arbeit werden zunächst Immigrationskonflikte sein. Die Arbeitsgemeinschaft will dabei unter anderem auf die Erfahrung von Entwicklungs- und Friedensdiensten zurückgreifen, die bereits seit Jahren berufserfahrene Frauen und Männer in ziviler Konfliktbearbeitung ausbilden und in Krisenregionen entsenden. Einsatzgebiete sind Länder wie Kolumbien, das ehemalige Jugoslawien oder Südafrika. Hier helfen die Friedensfachkräfte, Menschen zusammen zu bringen, die zuvor einander Feind waren. Die Arbeitsgemeinschaft will diese Form der professionellen Friedensarbeit nun verstärkt in Deutschland nutzen, denn auch hier gibt es genug zu tun. Die Fachkräfte werden dort unterstützend tätig, wo die bisher genutzten Methoden nicht mehr ausreichen.

Die Arbeitsgemeinschaft sieht drei Schwerpunkte für ihre Arbeit.

  • Konflikt-Intervention: Erfahrene Konfliktberater sollen dort, wo Auseinandersetzungen zu eskalieren drohen, gezielt eingesetzt werden. Zusammen mit lokalen Akteuren machen sie Ursachen für die Konflikte transparent, suchen mit den Betroffenen geeignete Wege zu deren Bearbeitung, finden Lösungen und knüpfen so die losen Enden der Kommunikationsbereitschaft zu einem tragfähigen Netz der Verständigung und Konflikttransformation. Konfliktberatung von außen ist Hilfe zur Selbsthilfe und deshalb immer zeitlich begrenzt. Allerdings findet auch nach Ende eines Projektes punktuelle Beratung der örtlichen Akteure statt.
  • Konflikt-Coaching: Schulungen in Konfliktkompetenz gewinnen oft nicht genügend Wirksamkeit, weil nicht alle wesentlichen Akteure ausgebildet werden. Trainerteams sollen möglichst alle Multiplikatoren in einem Konfliktbereich (z.B. Lehrer, Ausbilder, Betriebsräte, Polizisten, Verwaltungsangestellte usw.) für ihre Arbeit in Brennpunkten trainieren und eine Zeit lang in ihrer Tätigkeit begleiten. Entsprechende Lerneinheiten existieren bereits und werden der jeweiligen lokalen Situation angepasst. Eine Kombination mit dem Einsatz professioneller Konfliktberater erhöht die Chance für Veränderungen.
  • Politikberatung: Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wollen bei der Entwicklung von Integrationskonzepten als externe Experten mitwirken und die bereits vorhandenen Erfahrungen und Kontakte den Verantwortlichen zur Verfügung stellen.


Für diese Aufgaben braucht die Arbeitsgemeinschaft nachhaltige Unterstützung, denn es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die sich aufstauenden Konflikte im Inland zu bearbeiten, die auch Folge von Migration in einer sich globalisierenden Welt sind.




Projekt:Arbeitsgemeinschaft Ziviler Friedensdienst in Deutschland
Ansprechpartner:Henning Niederhoff
Kontaktdaten:030-21918699
Kontakt@ZFDiD.de
Internet:http://www.zfd-deutschland.de/

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