Patenschaften für benachteiligte Kinder

Interview mit Julika Pfeiffer von „JuKi – Jugend für Kinder“

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JuKi beim Interkulturellen Fest (Foto: JuKi)JuKi beim Interkulturellen Fest (Foto: JuKi)
Die Jugendlichen von heute sind nicht nur, wie behauptet, mit Smartphones, mit Computerspielen oder mit Lernen beschäftigt. JuKi-Jugend für Kinder zeigt das Gegenteil! Das Projekt ist eines der Preisträger des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ 2011. Julika Pfeiffer, eine der Gründerinnen der Initiative, hat auf Einladung des Bundespräsidenten im Schloss Bellevue JuKi repräsentiert.

JuKi – Jugend für Kinder wurde von Schülerinnen und Schülern des Helene-Lange-Gymnasiums in Markgröningen im Jahr 2006 ins Leben gerufen. Unter dem Motto „gleiche Bildungschancen für alle Kinder, unabhängig von ihrer Nationalität und sozialer oder ethnischer Herkunft“ setzen sich diese SchülerInnen im Alter von 14-17 für sozial benachteiligte Kinder ein. Sie besuchen Kitas, um mit Kindern zu spielen, ihnen vorzulesen und sie zum Deutschsprechen zu animieren. Darüber hinaus übernehmen sie Patenschaften für besonders benachteiligte Kinder, sammeln Spenden für Bücher und Spiele. Durch die JuKi-Homepage, JuKi-Vorstellungen in 7. und 8. Klassen, JuKi-Stände und intensive Pressearbeit versuchen sie, auf benachteiligte Kinder aufmerksam zu machen.

Wie kam euer Projekt zustande?


Julika Pfeiffer: Das war 2006. Da war ich 11 Jahre alt und habe auf der Rückseite einer Zeitschrift die Ausschreibung von UNICEF gesehen, dass sie Juniorbotschafter suchen. Juniobotschafter wird man, wenn man eine Aktion für einen guten Zweck macht oder sich beispielsweise für Kinderrechte einsetzt. Ich habe dann zusammen mit einer Freundin eine Vorleseaktion im Kindergarten gemacht. Wir haben dafür die Urkunde „Juniorbotschafter“ bekommen und das hat uns motiviert, weiterzumachen. Es ist dann nicht nur bei einer Vorleseaktion geblieben, sondern wir haben das Projekt aufgebaut, sind regelmäßig in Kindergärten gegangen haben Patenschaften übernommen, Öffentlichkeitsarbeit gemacht und so weiter.

Werden die Kitas auf euch aufmerksam oder sucht ihr euch die Kindergärten selbst aus?


Es ist eigentlich immer so, dass wir auf die Kindergärten zugehen und sagen: „Wir haben dieses Projekt und wir machen das und das.“ Wir hatten nur einmal einen Kindergarten in Suppenhausen, der auf uns aufmerksam geworden ist und gefragt hat, ob wir da gerne anfangen würden. Aber sonst ist es eigentlich immer so, dass wir auf die Kindergärten zugehen.

Was bedeutet es für euch, eine Patenschaft zu übernehmen?


Wir übernehmen die Patenschaften für Kinder aus dem Kindergarten. Ich hatte zum Beispiel für zwei bis drei Jahre ein türkisches Patenkind, mit der habe ich mich alle zwei Wochen getroffen. Bei den Treffen waren keine andern Kinder dabei, sondern ich habe mich nur mit ihr beschäftigt. Wir haben viel gelesen und gespielt und auch Deutsch gesprochen. Wir übernehmen die Patenschaften besonders für Kinder, die eigentlich gar kein Deutsch können. Dort müssen wir es besonders fördern.

Kann man bei euch einfach so mitmachen? Wie seid ihr in anderen Bundesländern vertreten?


Klar, jeder kann bei uns mitmachen. Wenn wir Stände haben werben wir auch immer für neue Mitglieder. Wir stellen JuKi auch immer in Schulklassen vor, um neue Kinder zu gewinnen. Wir hatten auch mal ein Mitglied aus Stuttgart, die konnte zwar nicht zu den Treffen kommen, hat sich aber gesagt: „Ich würde mich gerne für benachteiligte Kinder einsetzten und euer Projekt finde ich einfach klasse.“ Sie ist dann einfach in Kindergärten in ihrer Nähe gegangen und hat das Projekt dort ein bisschen aufgebaut. Das heißt, wenn jemand aus Berlin bei uns mitmachen wollen würde, dann könnten wir natürlich das Material liefern. Wir könnten unterstützend sein und natürlich immer Hilfestellung geben.

Wie genau organisiert ihr euch?


Wir haben alle zwei Monate eine Besprechung, da treffen sich dann alle Mitglieder. Da planen wir auch die Aktionen. Und wir verteilen dann auch Aufgabengebiete: Ich war zum Beispiel für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, eine Freundin von mir für die Patenschaften. Sie hat den Kontakt zu den Kindergärten gehalten.

In welchen Städten gibt es JuKi?


Wir sind insgesamt zwölf Mitglieder aus Stuttgart, Ludwigsburg und Bietigheim-Bissingen. Es kommen immer wieder welche nach, aber es hören auch immer wieder welche auf.

Was habt ihr in den Jahren des Engagements schon erreicht?


Vor allem bei den Patenkindern, mit denen wir uns dann wirklich über Jahre beschäftigen und intensiv mit ihnen zusammen lernen, sehen wir Erfolge. Irgendwann sagen die Erzieherinnen dann zu uns: „Wow, das Kind kann jetzt wirklich ein Jahr früher eingeschult werden und muss gar nicht mehr in die Vorschule.“ Die Eltern freuen sich dann auch total und bedanken sich bei uns.

Interner LinkHomepage Jugend für Kinder


 

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