Brücke zwischen Alt und Jung - Seniorpartner in School e.V.

Foto: SiS Berlin e.V.
Foto: SiS Berlin e.V.
Von Janine Krause (Seniorpartner in School e.V. - SiS Berlin)

Vor neun Jahren wurde der Seniorpartner in School e.V. (SiS) in Berlin gegründet. Ziel von SiS ist die Förderung der Erziehung und Bildung in Schulen durch das ehrenamtliche Engagement seiner Mitglieder. Alle Mitglieder – die Seniorpartner – sind älter als 55 Jahre. Nach einer vorbereitenden 80-stündigen Ausbildung sind Seniorpartner als Schulmediatoren tätig, um in schulischen Konflikten zu vermitteln und Streit zu schlichten – Lehrern fehlt dazu oft die Zeit. Seit Gründung des Vereins im Jahr 2001 ist es gelungen, über 720 BürgerInnen von der Idee zu überzeugen. Durch ihre Mitgliedschaft unterstützen sie die Arbeit praktisch oder auch finanziell. Inzwischen sind 21 Gruppen von Seniorpartnern zu SchulmediatorInnen in Berlin ausgebildet worden.

Ihre Tätigkeit als SchulmediatorenInnen ist der Kern unseres Projekts. Mit der Methode der Mediation zeigen sie Wege auf, wie SchülerInnen, aber auch alle am Schulleben Beteiligten, Konflikte endgültig lösen können. Das grundlegende Ziel der Mediation ist eine verbindliche, in die Zukunft weisende Vereinbarung der Beteiligten zur Konfliktbewältigung untereinander. Die Freiwilligkeit der Parteien ist die essentielle Voraussetzung für eine Mediation. Am Ende soll dabei keiner der KonfliktpartnerInnen unterlegen sein. Nicht zuletzt ist dies auch ein Beitrag, bessere schulische Leistungen zu generieren. Denn wenn die SchülerInnen nicht ständig an ungelöste Konflikte denken müssen, können sie sich auch besser auf den zu vermittelnden Lernstoff konzentrieren.

Seniorpartner fördern Toleranz, Anerkennung und Respekt unter den Schülern und Schülerinnen. Angesichts der Vielfalt der nationalen und kulturellen Herkunft, gerade an den Berliner Schulen, sind interkulturelle Kenntnis, Achtung und Zusammenarbeit ein wesentliches Ziel des Vereins. Darüber hinaus soll das Projekt intergenerationelle Lösungen für soziale Aufgaben von hohem Stellenwert beispielhaft aufzeigen, z.B. durch Gewaltprävention per Mediation an Schulen. Seniorpartner helfen den Schülern, eine Streitkultur zu entwickeln, Konflikte durch Gespräch statt durch Gewalt zu lösen. Die Seniorpartner sehen in der generationsübergreifenden ehrenamtlichen Arbeit einen wichtigen ergänzenden Ansatz für die SchülerInnen, soziale Kompetenzen zu erwerben, zu fördern und Möglichkeiten eines sinnvollen Umganges mit Konflikten aufzuzeigen, ein Beispiel für freiwilliges Engagement zu geben sowie sie ein Stück weit zu begleiten. Für die Jugend ergeben sich daraus erhebliche Gewinne an sozialen bzw. kommunikativen Kompetenzen, in der Akzeptanz von Differenz, im demokratischen Umgang mit Dissens – und damit deutlich bessere Chancen für die Gestaltung der persönlichen Zukunft. Aber auch die Seniorpartner profitieren: Für sie wird ein höheres Maß an Erfüllung, Vitalität und Gesundheit möglich. Das Projekt bereichert sowohl die Zivilgesellschaft und bewirkt auch eine Steigerung der Lebensqualität für den Einzelnen, egal ob Alt oder Jung.

Für die Schule kann dies ein überaus bedeutsamer Beitrag zu ihrer Verstärkung aus dem Sozialraum bzw. der Nahgesellschaft heraus sein. Die Tätigkeit der Seniorpartner wird in den Schulen von SchülerInnen immer sehr gut angenommen und von den Schulen als sinnvolle und entlastende Ergänzung des Pflichtangebotes angesehen. Von zahlreichen Jugendämtern wird unsere Arbeit durch das kostenlose zur Verfügung stellen von Supervisoren unterstützt.

Für die Gesellschaft kann das Projekt durch den Dialog zwischen Alt und Jung eine wachsende Zufriedenheit der Generation der Bürger in der dritten Lebensphase und generell ein toleranteres und somit positiveres soziales Klima hervorbringen. In der Enkelgeneration kann durch Präventionsarbeit mit der Methode der Mediation ein wesentlicher Beitrag zur Verhinderung von Gewalt im Konfliktfall erreicht werden. Zugleich lernt diese Generation so früh freiwilliges intergenerationelles Engagement kennen und – ansatzweise – sogar internalisieren. „Wir sind überrascht, wie „jung“ ältere Menschen sein können!“, hören wir sehr oft von unseren jungen Projektteilnehmern.



 

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