Kinderstadt Dessopolis

Eine Kinderstadt ist eine Stadt von Kindern für Kinder. In dieser Stadt sollen sie sich frei bewegen und entfalten, ihre Potenziale entdecken, selbständig werden, Verantwortung für sich wahrnehmen und lernen und erleben, was politische Mitbestimmung, interkulturelle Toleranz und interreligiöses Verständnis bedeuten.
Dessopolis ist das einzige Kinderstadtprojekt in Dessau-Roßlau und fand 2007 zum ersten Mal statt. Von Anfang an war die Idee ein Erfolg - fast 800 Kinder besuchten im ersten Jahr an sieben Tagen die Stadt - und 2009 öffnete Dessopolis auf vielfachen Wunsch schon zum dritten Mal seine Tore, erstmalig zehn Tage lang. Dessopolis hatte auch 2009 (fast) alles, was jede andere Stadt auch hat. Da gab es Läden, Dienstleister, jede Menge Ämter, ein Krankenhaus, eine Zeitung, einen Fernsehsender und so weiter. Wenn die Kinder in der Stadt ankamen, erhielten sie einen Bürgerpass sowie Begrüßungsgeld in der Dessopolis-Währung Desso und hatten nun die Qual der Wahl.
Wollten sie zuerst in die Badeanstalt zum Schwimmen, sich etwas zu trinken kaufen, durchs Kaufhaus bummeln oder das Geld auf der Bank anlegen und zum Arbeitsamt gehen, um sich einen Job zu suchen?
In den meisten Fällen entschieden sich die Kinder für die letzte Variante, da sie nicht nur Spaß dabei hatten, sich in den fast 50 Berufen der Stadt auszuprobieren, sondern natürlich auch ganz schnell merkten, dass nur derjenige, der arbeitet, Geld verdient. Durch die vielen verschiedenen Berufe, die die Kinder ausübten, lernten sie ganz praktisch neue Fähigkeiten und erhielten Einblick in verschiedene Berufsfelder. Sie verstanden aber auch den Zusammenhang von Arbeit und Lohn. Sie begriffen, dass eine Leistung eine Gegenleistung erfordert, dass zur Herstellung von Produkten wie Kerzen oder Kuchen Rohstoffe notwendig sind, dass auch Dienstleistungen einen Geldwert haben und dass Bildung eine Voraussetzung für Arbeit und Verdienstmöglichkeiten ist.
Dank der vielen neuen Herausforderungen, denen sie sich so stellten, begriffen die Kinder außerdem, wie wichtig und hilfreich es ist, mit anderen zusammenzuarbeiten, um Probleme und schwierige Aufgaben zu lösen. Aussehen, sozialer Hintergrund, Sprache und selbst körperliche und geistige Behinderungen spielten keine Rolle.


Projektträger:punkt e.V.
Ansprechpartner:Anja Günther
E-Mail:anja.guenther@punkt-ev.org
Telefon:01782066798
Internet:http://www.dessopolis.de/

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