Die Rolle der Kirchen in der Zeit des Nationalsozialismus

Im kommenden Jahr jährt sich zum 70. mal der Angriff Deutschlands auf Polen am 1. September 1939 und damit der Beginn des verheerenden 2. Weltkriegs, der einschneidendsten Zäsur des vergangenen Jahrhunderts.

Im Blick auf dieses Datum laden wir Sie freundlich ein zu einer Wochenendtagung vom 10. bis 12. Oktober 2008 zu dem Thema

DIE ROLLE DER KIRCHEN
IN DER ZEIT DES NATIONALSOZIALISMUS
IN DEUTSCHLAND
Neuere Erkenntnisse und Einschätzungen
nach Öffnung der vatikanischen Archive
Die Evangelische Kirche im Kirchenkampf

Welche Rolle die Kirchen während der NS-Diktatur in Deutschland spielten, wird seit Anfang der 1960er Jahre kontrovers diskutiert. Für den katholischen Bereich beschreibt die eine Seite die Kirche als einzige gesellschaftliche Größe in der NS-Zeit, die innerlich stabil und intakt geblieben war. Die andere Seite fragt kritisch, ob der deutsche Episkopat wie auch Pius XII. angesichts dieser historischen Katastrophe nicht viel mehr hätten tun müssen? Insbesondere durch das Schauspiel „Der Stellvertreter“ von Rolf Hochhuth (1963) sowie amerikanische Forschungen schlug das Pendel der öffentlichen Meinung um: Von einer anfänglich heroisierenden Darstellung in totales Versagen des Deutschen Bischöfe.

Für die Evangelische Kirche, die während der NS-Zeit durch drei Lager geprägt war - Reichskirche, Deutsche Christen und Bekennende Kirche -, war vor allem das Verhalten der Deutschen Christen aufzuarbeiten. Inwieweit dies gelungen ist, ist eine Frage an die evangelische Kirchengeschichtsforschung.

Für die Katholische Kirche kam durch die Forschungen von Hubert Wolf (Münster) in den Vatikanischen Archiven seit ihrer Öffnung neue Bewegung in die Beurteilung der Sachlage.

Wir freuen uns, ausgewiesene Fachleute als Referenten gewonnen zu haben:

Prof. Dr. Dominik Burkard, Professor für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit an der Universität Würzburg, untersuchte bei seinen Forschungen in den Vatikanischen Archiven die Haltung des Hl. Stuhls gegenüber dem Nationalsozialismus. Derzeit leitet er ein Forschungsprojekt über "Theologie im Nationalsozialismus". Er wird bei unserer Tagung die Rolle der Katholischen Kirche beleuchten.

Prof. Dr. Jochen-Christoph Kaiser ist Professor für Kirchengeschichte der neuesten Zeit an der Universität Marburg und Leiter des dortigen Instituts für Kirchliche Zeitgeschichte.
Er wird unser Thema für den Bereich der Evangelischen Kirche darstellen.

Zum Abschluss unserer Tagung wird Prof. Dr. Dr. Helmuth Rolfes, Professor für Systematische Theologie an der Universität Kassel, den Blick auf die Gegenwart lenken: Wo stehen wir als Christen heute? Wo müssen wir uns einmischen in das politische Geschehen? Wo dürfen wir uns nicht vereinnahmen lassen?

Auszug aus dem Tagungsprogramm:

Freitag, 10. Oktober 2008

Begrüßung und Einführung durch Dorothee M a n n , Die Hegge
anschl.: Prof. Dr. Dominik B u r k a r d , Würzburg
KATHOLISCHE KIRCHE IN DEUTSCHLAND UND DER NATIONALSOZIALISMUS
– Phasen, Faktoren, Aspekte

Samstag, 11. Oktober 2008

Prof. Dr. Dominik B u r k a r d :
ZUR HALTUNG DES HL. STUHLS GEGENÜBER DEM NATIONALSOZIALISMUS
– Tatsachen, Vermutungen, Indizien

Prof. Dr. Jochen-Christoph K a i s e r , Marburg/Lahn:
EVANGELISCHE KIRCHEN IM NATIONALSOZIALISMUS
Politische Theologie und politische Religion im Widerstreit

Sonntag, 12. Oktober 2008

Prof. Dr. Helmuth R o l f e s , Kassel:
WIE POLITISCH DARF (MUSS) DIE KIRCHE SEIN ? Perspektiven für Gegenwart und Zukunft



Datum:10.10.2008, 18:00 bis 12.10.2008, 15:30
Veranstaltungsort:Die Hegge - Christliches Bildungswerk

Hegge 4
34439 Willebadessen-Niesen
(51.629469, 9.159986)
Internet:http://www.die-hegge.de/
Veranstalter:Die Hegge - Christliches Bildungswerk
Kontaktdaten:05644 - 400 und 700
bildungswerk@die-hegge.de
Internet:http://www.die-hegge.de/

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