06.08.2019

Europäischer Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma

Bürgerrechtler Jesse Jackson und Romani Rose unterzeichnen gemeinsam einen Appell in Auschwitz-Birkenau zu Engagement für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie und gegen jede Form von Rassismus.

Zum 75. Jahrestag der Ermordung von etwa 4.300 Sinti und Roma sprach am 2. August mit Reverend Jesse L. Jackson Sr., Präsident der Rainbow/PUSH Coalition (RPC), erstmals ein Vertreter der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung beim Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma. Er und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, unterzeichneten dort im Rahmen der Gedenkfeier einen gemeinsamen Appell. Sie rufen damit weltweit zu solidarischem Eintreten gegen jede Form von Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus auf und appellieren im Bewusstsein der Geschichte an die Verantwortung eines jeden Einzelnen für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie:

„Wir alle müssen das Vermächtnis der Millionen Opfer aufnehmen, wir alle müssen die moralischen und ethischen Werte unserer Demokratie immer wieder neu ins Zentrum unsres Handelns stellen und wir müssen gemeinsam und weltweit für Demokratie und Rechtstaat, für unsere humanen Werte, einstehen.“ (Aufruf von Auschwitz)

Der Appell richtet sich ausdrücklich an die internationale Staatengemeinschaft, die als „interparlamentarische Koalition gegen Antiziganismus“ Minderheitenrechte anerkennen und umzusetzen soll. Den Ursachen von Flucht und Ausgrenzung ist entschieden entgegenzutreten.

Stellvertretend für das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) und damit für das zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland nahm Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, an den Feierlichkeiten zum Internationalen Sinti und Roma-Gedenktag in Auschwitz-Birkenau teil. Danbei war ebenfalls eine Delegation von insgesamt 50 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpersonen, vertreten.

Romani Rose und Roman Kwiatkowski sprechen am Denkmal für Sinti und Roma © Roberto PaskowskiRomani Rose und Roman Kwiatkowski sprechen am Denkmal für Sinti und Roma © Roberto Paskowski
Reverend Jesse Jackson kam von New York nach Auschwitz-Birkenau, um deutlich zu machen, dass gemeinsam und weltweit für Menschenrechte und für politische und soziale Gerechtigkeit eingetreten werden müsse. Im Vorfeld bemerkte er: „Die menschliche Seele wurde gemacht, um zu erschaudern und verletzt zu werden. Wir wurden gemacht, um aufzuschreien. Durch den Holocaust an den Sinti und Roma haben wir in das Angesicht des Bösen geblickt. Die Macht und der Schmerz dieser unmoralischen und unmenschlichen Tat müssen sich in der ewigen Auferstehung der Hoffnung ihren Weg bahnen. Der Kampf um die Seele der Menschlichkeit darf nicht aufgegeben werden. Die Tränen werden niemals trocknen, aber wir müssen die Hoffnung immer am Leben erhalten. Genauso wie wir uns an die Bürgerrechte in den USA erinnern und für sie kämpfen, genauso liegt uns auch der Kampf für die Würde und Gerechtigkeit für die Sinti und Roma am Herzen.“

Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas nach Auschwitz. Nahezu alle fanden dort den Tod. In der Nacht vom 1. auf den 2. August 1944 wurden die im Lagerabschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau verbliebenen 4.200-4.300 Sinti und Roma, vor allem Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen, in den Gaskammern ermordet. Auschwitz symbolisiert damit den Holocaust an den 500.000 Sinti und Roma ebenso wie an den sechs Millionen Juden in Europa. „Auschwitz ist das Gewissen der Wertegemeinschaft demokratischer Staaten.“ (Aufruf von Auschwitz).

In seiner Begrüßungsansprache betonte Romani Rose die Verantwortung, welche der Holocaust für alle Menschen bedeute: „Es ist das Vermächtnis aller Opfer des Holocaust, aller von den Nazis ermordeten Menschen, das wir in uns tragen müssen. Dieses Vermächtnis müssen wir an die nachfolgenden Generationen weitergeben. (…) Wir sind heute gefordert, Verantwortung zu übernehmen für Demokratie und Rechtsstaat, für Menschenrechte und Menschenwürde. Heute und in der Zukunft.“

Weiterführende Links:


Romani Rose und Roman Kwiatkowski sprechen am Denkmal für Sinti und Roma © Roberto PaskowskiRomani Rose und Roman Kwiatkowski sprechen am Denkmal für Sinti und Roma © Roberto Paskowski
Zum 75. Jahrestag der Ermordung von etwa 4.300 Sinti und Roma sprach am 2. August mit Reverend Jesse L. Jackson Sr., Präsident der Rainbow/PUSH Coalition (RPC), erstmals ein Vertreter der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung beim Europäischen Holocaust-Gedenktag für Sinti und Roma. Er und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, unterzeichneten dort im Rahmen der Gedenkfeier einen gemeinsamen Appell. Sie rufen damit weltweit zu solidarischem Eintreten gegen jede Form von Rassismus, Antiziganismus und Antisemitismus auf und appellieren im Bewusstsein der Geschichte an die Verantwortung eines jeden Einzelnen für Rechtsstaatlichkeit und Demokratie:

„Wir alle müssen das Vermächtnis der Millionen Opfer aufnehmen, wir alle müssen die moralischen und ethischen Werte unserer Demokratie immer wieder neu ins Zentrum unsres Handelns stellen und wir müssen gemeinsam und weltweit für Demokratie und Rechtstaat, für unsere humanen Werte, einstehen.“ (Aufruf von Auschwitz)

Der Appell richtet sich ausdrücklich an die internationale Staatengemeinschaft, die als „interparlamentarische Koalition gegen Antiziganismus“ Minderheitenrechte anerkennen und umzusetzen soll. Den Ursachen von Flucht und Ausgrenzung ist entschieden entgegenzutreten.

Stellvertretend für das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) und damit für das zivilgesellschaftliche Engagement in Deutschland nahm Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, an den Feierlichkeiten zum Internationalen Sinti und Roma-Gedenktag in Auschwitz-Birkenau teil. Danbei war ebenfalls eine Delegation von insgesamt 50 Personen, darunter Holocaustüberlebende und deren Begleitpersonen, vertreten.

Reverend Jesse Jackson kam von New York nach Auschwitz-Birkenau, um deutlich zu machen, dass gemeinsam und weltweit für Menschenrechte und für politische und soziale Gerechtigkeit eingetreten werden müsse. Im Vorfeld bemerkte er: „Die menschliche Seele wurde gemacht, um zu erschaudern und verletzt zu werden. Wir wurden gemacht, um aufzuschreien. Durch den Holocaust an den Sinti und Roma haben wir in das Angesicht des Bösen geblickt. Die Macht und der Schmerz dieser unmoralischen und unmenschlichen Tat müssen sich in der ewigen Auferstehung der Hoffnung ihren Weg bahnen. Der Kampf um die Seele der Menschlichkeit darf nicht aufgegeben werden. Die Tränen werden niemals trocknen, aber wir müssen die Hoffnung immer am Leben erhalten. Genauso wie wir uns an die Bürgerrechte in den USA erinnern und für sie kämpfen, genauso liegt uns auch der Kampf für die Würde und Gerechtigkeit für die Sinti und Roma am Herzen.“

Die Nationalsozialisten verschleppten von März 1943 bis Juli 1944 23.000 Sinti und Roma aus elf Ländern Europas nach Auschwitz. Nahezu alle fanden dort den Tod. In der Nacht vom 1. auf den 2. August 1944 wurden die im Lagerabschnitt B II e des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau verbliebenen 4.200-4.300 Sinti und Roma, vor allem Mütter mit ihren Kindern und alte Menschen, in den Gaskammern ermordet. Auschwitz symbolisiert damit den Holocaust an den 500.000 Sinti und Roma ebenso wie an den sechs Millionen Juden in Europa. „Auschwitz ist das Gewissen der Wertegemeinschaft demokratischer Staaten.“ (Aufruf von Auschwitz).

In seiner Begrüßungsansprache betonte Romani Rose die Verantwortung, welche der Holocaust für alle Menschen bedeute: „Es ist das Vermächtnis aller Opfer des Holocaust, aller von den Nazis ermordeten Menschen, das wir in uns tragen müssen. Dieses Vermächtnis müssen wir an die nachfolgenden Generationen weitergeben. (…) Wir sind heute gefordert, Verantwortung zu übernehmen für Demokratie und Rechtsstaat, für Menschenrechte und Menschenwürde. Heute und in der Zukunft.“

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