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BfDT Bündnis für Demokratie und Toleranz - Presseeinladung - Presseinformationen

Presseeinladung


Auszeichnung der Botschafter für Demokratie und Toleranz 2011 beim Festakt zur Feier des Tages des Grundgesetzes

 

Am 23. Mai 2011 verlieh das Bündnis für Demokratie und Toleranz – Gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) zum elften Mal die Auszeichnung Botschafter für Demokratie und Toleranz an fünf Persönlichkeiten und Initiativen, die sich in herausragender Weise um Demokratie und Toleranz in Deutschland verdient gemacht haben. Der Preis ist eine der bedeutendsten, bundesweiten Anerkennungen, um zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland zu würdigen, und ist mit jeweils 5000,- € dotiert. Das BfDT vereint seit seiner Gründung durch die Bundesregierung im Jahr 2000 zivilgesellschaftliche Initiativen, Bürgerbündnisse und Projekte unter seinem Dach, dient als zentraler Ansprech- und Kooperationspartner. „Hinter jedem dieser zivilgesellschaftlichen Projekte für Demokratie und Toleranz, für Integration und für Gewaltprävention stehen Menschen“, erklärte Dr. Gregor Rosenthal, Geschäftsführer des BfDT, in seiner Eröffnungsrede. Die Ehrung der Botschafter für Demokratie und Toleranz sei vor diesem Hintergrund auch eine stellvertretende Würdigung allen ehrenamtlichen, bürgerschaftlichen Engagements in Deutschland, das unsere Gesellschaft zusammenhält.

Die fünf Preisträger wurden in Vertretung der Verfassungsminister durch den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Dr. Christoph Bergner, und den Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin der Justiz, Dr. Max Stadler, die beide zugleich Mitglieder des Beirats des BfDT sind, im Rahmen eines Festakts zur Feier des Tages des Grundgesetzes ausgezeichnet. Die Moderation des Festakts und der Auszeichnung der Botschafter leistete Yared Dibaba vom NDR. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Sebastian Krumbiegel und einem Gospelchor, der sich aus 100 Jugendlichen zusammensetzte, die im Vorfeld des Festakts am Jugendkongress, den das BfDT jedes Jahr mit 450 Jugendlichen aus der ganzen Bundesrepublik rund um den Tag des Grundgesetzes in Berlin veranstaltet.

 

Die Botschafter für Demokratie und Toleranz 2011 sind:

Kazim Erdoğan lebt seit 35 Jahren in Deutschland und ist fast ebenso lange ehrenamtlich aktiv. Sein Engagement gilt vor allem dem Berliner Stadtteil Neukölln, in dem er sich mit zahlreichen Projekten für Integration einsetzt. Dabei setzt der hauptberuflich beim Sozialdienst Neukölln beschäftigte Psychologe vor allem auf die verbindende Wirkung der Kommunikation. Er gründete den Verein "Aufbruch Neukölln" und die Bürgerstiftung Neukölln, mit denen er u.a. die erste türkische Väter-Gruppe Deutschlands und die „Woche der Sprache und des Lesens“ ins Leben gerufen hat. Seine Projekte haben bundesweit Schule gemacht.

Franz Meurer ist seit 1992 katholischer Pfarrer in der Gemeinde Köln / Höhenberg-Vingst. Seit 2001 ist er Mitgründer und Vorstandsmitglied der Stiftung/Förderverein Pro-Hövi zur Stadteilentwicklung und Förderung von Menschen mit sozial schwachem Hintergrund. Meurer organisiert Kleider- und Essensausgaben an Arme, sorgt für Mittagsbetreuung für Kinder von Sozialhilfeempfängern, ruft sexualpädagogische Projekte ins Leben, gibt Bewerberbücher für Arbeitgeber mit Lebensläufen von Förderschülern heraus und organisiert für 500 sozial benachteiligte Kinder des Viertels ein Sommercamp.

"StreetUniverCity Berlin e.V." wurde 2007 als Pilotprojekt des Kreuzberger Jugendzentrums Naunyn Ritze gegründet und versteht sich als Förderer für die Akzeptanz der Straßenkultur. Kreuzberger Jugendlichen werden unter dem Motto "ohne Bildung geht gar nichts" Seminare und Workshops in den Bereichen Gesellschaft (Geschichte, Politik, Ethik, Recht), Kompetenzen (Antikonflikttraining, Rhetorik, Bewerbungstraining), Streetculture (Musik/Tanz), Kunst und Medien sowie Sport angeboten. Ziel ist der Erwerb des Zertifikats „Street Master“. Die DozentenInnen sind Frauen und Männer, die durch harte Arbeit selber die soziale Leiter hinaufgeklettert sind und als Vorbilder dienen.

Waltraud Thiele wurde 1948 als Tochter einer politischen Gefangenen in der Haftanstalt "Roter Ochse" in Halle an der Saale / Sachsen-Anhalt geboren. Sie wuchs in einem Heim in der DDR auf und wurde dort Opfer massiver Misshandlungen und Diskriminierungen. Seit den 1990er Jahren setzt sich Waltraud Thiele für die Aufarbeitung der SED-Diktatur ein. Sie unterstützte die Entstehung der Gedenkstätte "Roter Ochse" und ist als Zeitzeugin aktiv. Zudem ist sie ehrenamtliche Vorsitzende der Bezirksgruppe Halle der Vereinigung der Opfer des Stalinismus.

Birgit und Horst Lohmeyer veranstalten seit 2007 jährlich auf dem Grundstück ihres Forsthofes in dem kleinen Ort Jamel bei Wismar in Mecklenburg-Vorpommern ein dreitägiges Open Air Rock- und Blues-Musikfestival, mit dem sie ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und für Toleranz setzen wollen. Jamel und die umliegende Region sind geprägt von einer äußerst starken rechtsextremen Präsenz. Vier von fünf Kreistagswahlkandidaten der NPD leben in Jamel. Unter großem persönlichen Risiko und Einsatz stellen sich die Lohmeyers den Rechten entgegen und erreichen mit ihrem Festival für Demokratie und Vielfalt jedes Jahr mehr Menschen vor Ort.

 

Pressekontakt

Bündnis für Demokratie und Toleranz
Josephine Steffen
Friedrichstraße 50
10117 Berlin
Tel.: 030 2363408 - 14
E-Mail: steffen@bfdt.de

 

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