Pädagogische Konzepte gegen Antisemitismus waren lange mit der Auseinandersetzung rund um die Verbrechen des Nationalsozialismus verbunden. Jugendliche sollten „aus der Geschichte lernen" - in der Hoffnung, dass sie so gegen rechtsextremistische Gedanken immunisiert werden. Praxiserfahrungen haben gezeigt, dass dies eine wenig erfolgversprechende Strategie ist. Zeitgemäße Pädagogik denkt die spezifischen Besonderheiten des antisemitischen Weltbildes mit und problematisiert die vielfältigen Erscheinungsformen der aktuellen braunen Ideologie. Neue Herausforderungen ergeben sich in Hinblick auf ethnische Lerngruppen in der Migrationsgesellschaft. Im Fokus unserer Fortbildung stehen die differenten Zugänge einer Arbeit gegen Antisemitismus in der Einwanderungsgesellschaft. Der im öffentlichen Diskurs oftmals behauptete Vorwurf, Antisemitismus sei ein Problem vordringlich muslimisch sozialisierter Jugendlicher, wird eindringlich thematisiert. Anhand ausgewählter Praxisbeispiele, die sich an die Sekundarstufe II sowie die außerschulische Bildungsarbeit richten, werden lösungs- und zielgruppenorientierte Ansätze gezeigt.
Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus (KIgA e.V.) Berlin statt.
Leitung: Dr. Simone Richter
Referenten: Mehmet Can. Pädagogischer Mitarbeiter, KIgA
Mirko Niehoff, Pädagogischer Leiter und Vorstand, KIgA
zu Gast: Dr. Björn Mensing, Theologe und Historiker, Evangelische Versöhnungskirche in der KZ Gedenkstätte Dachau
Das ausführliche Tagungsprogramm finden Sie hier.