Z – 9264 lautet die Nummer auf Franz Rosenbachs Arm. Als 16jähriger wurde er als „Zigeuner“ nach Auschwitz verschleppt. Seine Lebensgeschichte, die er seit Jahren in Zeitzeugengesprächen mit jungen Menschen erzählt, erschüttert und beeindruckt. Im Mai 2010 hat das BfDT Franz Rosenbach als Botschafter für Demokratie und Toleranz ausgezeichnet. Ab dem 1. September bis zum 28. November wird nun in der Geschäftsstelle des BfDT eine Ausstellung über sein Leben gezeigt, die vom ISFBB-Projekt Tacheles! entwickelt wurde.
„Vom Arbeitsplatz abgeholt - als arbeitscheu abgestempelt"
Die Ausstellung wurde von der Sozialwissenschaftlerin Birgit Mair vom Nürnberger Institut für sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung (ISFBB) im Rahmen des Projekts Tacheles! erstellt. In zahlreichen Gesprächen mit Franz Rosenbach wurde seine Lebensgeschichte dokumentiert, mit wissenschaftlichen Quellen über die Verfolgung von Sinti und Roma während des Nationalsozialismus verglichen und in den historischen Kontext eingebettet.
Die Ausstellung begleitet den Betrachter durch die verschiedenen Stationen des Lebens von Franz Rosenbach, der allein wegen seiner Zugehörigkeit zur Minderheit der Sinti von den Nationalsozialisten verfolgt wurde. Seine Kindheit und Jugend, die er in der Tschechoslowakei und in Niederösterreich verbracht hatte, endete jäh, als er 1939 aufgrund eines neuen Gesetzes der Nationalsozialisten, das Sinti und Roma den Schulbesuch untersagte, der Schule verwiesen wurde. 1934 wurde er am Arbeitsplatz verhaftet und in ein Polizeigefängnis gebracht. 1944 folgte die Deportation der ganzen Familie nach Auschwitz-Birkenau. Der Jugendliche wurde von seiner Familie getrennt und überlebte Sklavenarbeit, Konzentrationslager und einen Todesmarsch. Von den 29 Familienangehörigen Rosenbachs starben 21 durch die Hand der Nationalsozialisten.
Auch das Leben Franz Rosenbachs in der Nachkriegszeit, in der er noch immer Vorurteilen und Diskriminierung ausgesetzt war, wird in der Ausstellung eindrucksvoll dokumentiert. Es dauerte Jahrzehnte, bis Franz Rosenbach sich – von Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats der Sinti und Roma in Deutschland, ermutigt – überwand von seinen Erfahrungen in der Öffentlichkeit zu berichten. Doch anschließend brach ein Damm. „Das sind Wunden, die immer wieder aufgehen“, erklärte er im Gespräch mit Birgit Mair. „Wenn man nicht daran rühren würde, wäre es vielleicht besser – aber ich kann nicht anders, als davon zu erzählen und zu hoffen, dass so etwas nie mehr passiert.“
Das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) freut sich sehr, die Ausstellung über den Auschwitz-Überlebenden Franz Rosenbach, Botschafter für Demokratie und Toleranz 2010, ab dem 1. September 2010 in seiner Geschäftstelle der Öffentlichkeit zeigen zu können. Wir bitten Interessenten den Besuch der Ausstellung vorab bei uns anzumelden. Ende September ist eine Eröffnungsveranstaltung mit Franz Rosenbach und Birgit Mair geplant.