Am 14. Dezember um 13 Uhr war es soweit: Jens Ackermann, Mitglied des Deutschen Bundestages und des Beirates des Bündnisses für Demokratie und Toleranz (BfDT), übernahm die offizielle Eröffnung der Wanderausstellung „Namen statt Nummern“. Zu diesem Anlass waren alle Interessenten und Partner herzlich in die BfDT-Geschäftsstelle eingeladen. Nach der Begrüßung durch BfDT-Geschäftsführer Dr. Gregor Rosenthal und der Eröffnung erläuterte Klaus Schultz vom Trägerkreis „Gedächtnisbuch für die Häftlinge des KZ Dachau“ die Exponate und übernahm die Führung durch die Ausstellung. Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages Gerda Hasselfeldt besuchte die Ausstellung am Donnerstag, den 17. Dezember und wünschte der Ausstellung und den Ausstellern mit einem Grußwort viel Erfolg.
„Namen statt Nummern“ wurde vom BfDT im Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2008“ ausgezeichnet und wird auch durch die EU im „Programm Europa für Bürgerinnen und Bürger - Aktive Europäische Erinnerung“ gefördert. Die Ausstellung ist das Ergebnis der Arbeit des Trägerkreises, der eine Sammlung von Biographien ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Dachau ins Leben gerufen hat. Bis heute wird sie ständig erweitert. Am Projekt beteiligt sind sowohl Schüler, Studenten, interessierte Erwachsene als auch Verwandte der Opfer, die an deren Schicksal erinnern wollen und sich so aktiv mit der Geschichte des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Bisher wurden bereits die Biographien von etwa 120 Personen verfasst und in verschiedene Sprachen übersetzt, um den aus über 30 Nationen stammenden Häftlingen gerecht zu werden. Das Dachauer Gedächtnisbuch und die Ausstellung erinnern mit den Namen und deren persönlicher Geschichte an die Menschen, die sich hinter dem Häftlingsstatus und den Opferzahlen verbergen.
Die Ausstellung zeigt 22 ausgewählte Lebensbilder aus dem Dachauer Gedächtnisbuch, die exemplarisch den Opfern des Dritten Reichs ein Gesicht geben sollen. Wichtig ist den Ausstellern dabei vor allem die europäische Dimension der Hitlerverbrechen, die sich auch in den vielen verschiedenen Herkunftsländern der Häftlinge widerspiegelt. Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus ist ein Diskurs, der das europäische Selbstverständnis bis in die heutige Zeit hinein prägt.
Besucher der Ausstellung sind gern willkommen! Die Besichtigungszeiten sind von Montag bis Donnerstag von 10-17 Uhr, Freitag von 10-15 Uhr. Der Eintritt ist kostenlos. Für eine vorherige telefonische Anmeldung wäre die BfDT-Geschäftsstelle dankbar. Den Flyer zur Eröffnungsveranstaltung finden Sie hier.