Die Gründungserklärung des „Bernburger Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Rechtsextremismus und Gewalt“
wurde im Januar 2007 von einem breit angelegten Personenkreis, darunter der Landrat des Landkreises Bernburg, Vertreter/innen der demokratischen Parteien, Gewerkschaften, eine Vielzahl öffentlicher Einrichtungen und Verbä
nde sowie zahlreiche Einzelpersonen unterschrieben. Ziel des Bündnisses ist es, Rechtsextremen eine Verbreitung ihrer Ideologie in und um
die Stadt Bernburg zu verwehren. Hintergrund für die Gründung des Bündnisses war die Tatsache, dass sich im Zentrum der Stadt seit 2007 die Bundesgesch
äftsstelle der Jungen Nationaldemokraten (JN) befindet und in unmittelbarer Nähe der Laden „Nordic Flame“, der einschlä
gige Kleidung und Artikel der rechtsextremistischen Szene verkauft. Bei einer von dem Bernburger Bündnis organisierten Demonstration im März 2008 gegen die Bundesgeschäftsstelle der JN
im Zentrum der Stadt nahmen ca. 800 Bürger/innen teil. Mittlerweile gelang es dem Bernburger Bündnis durch persönliche Gespräche mit dem Vermieter des Hauses, dass der Laden „Nordic Flame“
bis Ende September 2008 die Geschäftsräume verlassen musste. Außerdem arbeitet das Bündnis in Form von vier Arbeitsgruppen weiter. Einige Mitglieder betreuen die Internetpräsenz des Bü
ndnisses, weitere Mitglieder erarbeiten Konzepte, die in Form von Schulprojekten (Workshops für Lehrer und Eltern, Gesprächsrunden bei Elternabenden und mit den Jugendlichen) rechtsextremen Tenden
zen vorbeugen sollen. Eine dritte Arbeitsgruppe organisierte unter dem Motto „Kick gegen Rechts“ im Oktober 2008 ein Fußballturnier, zu dem Laienmannschaften aus örtlichen Verwaltungen, Firmen und Verbä
nden aufgerufenen waren, ein Zeichen zu setzten. Eine vierte Arbeitsgruppe organisiert Fortbildungen, Vorträge, Informationsveranstaltungen und monatliche Infostände in der Innenstadt für Bürger/innen, die sich mit dem Thema „
Rechtsradikalismus“ auseinandersetzen wollen.
Neben der Vernetzung mit regionalen benachbarten Initiativen wird das Bernburger Bündnis durch das „Regionale Beratungsteam gegen Rechtsextremismus von „miteinander e.V. – Netzwerk fü
r Demokratie und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt (Halle)“ unterstützt.