Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und die Bundesministerin der Justiz, Brigitte Zypries, zeichneten am 23. Mai die „Botschafter für Demokratie und Toleranz" in Berlin aus. Die Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld von jeweils 5.000 Euro dotiert. Das „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)" verlieh den Preis zum achten Mal. Es ehrt damit Einzelpersonen und Initiativen, die in herausragender Weise die Werte des Grundgesetzes täglich leben und umsetzen. Die Preisverleihung bildete den Höhepunkt des Jugendkongresses zum Tag des Grundgesetzes, zu dem das Bündnis für Demokratie und Toleranz jährlich an den Tagen um den 23. Mai rund 450 Jugendliche aus dem gesamten Bundesgebiet nach Berlin einlädt.
Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble würdigte das verantwortungsvolle Handeln der fünf Preisträger: „Eine der wichtigsten Aufgaben demokratischer Parteien und Institutionen, aber auch der Bürgerinnen und Bürger ist es, Menschen für die Demokratie und ein tolerantes Miteinander zu gewinnen. Die ausgezeichneten ‚Botschafter für Demokratie und Toleranz' sind vorbildliche Beispiele dafür, wie man diese gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen kann. Sie stehen stellvertretend für eine Vielzahl von Menschen und Gruppen, die bereit sind, in ihrem Umfeld gegen jede Form von Extremismus Gesicht zu zeigen und für die Demokratie einzutreten."
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries betonte die gesellschaftliche Bedeutung des Engagements der „Botschafter für Demokratie und Toleranz": „Die Preisträger zeigen beispielhaft, wie sich jede und jeder für Demokratie und Toleranz als Grundpfeiler unseres Gemeinwesens einsetzen kann. Mit ihren Initiativen und ihrem mutigen Einsatz für die Werte des Grundgesetzes setzen die Ausgezeichneten nicht nur ein eindrucksvolles Zeichen gegen Rassismus und Diskriminierung, sondern unterstreichen damit auch die Bedeutung bürgerschaftlichen Engagements für ein friedliches Zusammenleben. Die Preisträger verdienen hierfür unsere höchste Anerkennung. Solche tatkräftigen Menschen braucht unsere Gesellschaft!"
Ibraimo Alberto, Schwedt (Brandenburg)
Ibraimo Alberto kam 1981 zur Ausbildung aus Mosambik in die ehemalige DDR. Während seiner Ausbildung qualifizierte er sich zum Sozialarbeiter und war verantwortlich für die Betreuung der mosambikanischen Lehrlinge und Student/innen. Nach der Wende arbeitete er als Sozialarbeiter in einem Asylbewerberheim in der Uckermark. Im Jahr 2006 wurde Ibraimo Alberto von der Stadtverordnetenversammlung als ehrenamtlicher Ausländerbeauftragter der Stadt Schwedt gewählt. In dieser Funktion berät und betreut er Migrant/innen, bringt ihre Interessen in den politischen Prozess ein und versucht, die Kommune für ihre Probleme zu sensibilisieren. Zudem engagiert er sich ehrenamtlich in Netzwerken gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit in Schwedt und Angermünde. Wegen dieses Engagements wurde Ibraimo Alberto leider mehrmals Opfer verbaler und physischer rechtsextremer Angriffe. Trotz der massiven Anfeindungen der rechtsextremen Szene in Schwedt unterließ er es nie, öffentlich gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit aufzutreten. Ibraimo Alberto setzt durch sein Handeln ein außerordentlich positives Zeichen für die Toleranz in unserer Gesellschaft und lässt sich auch trotz persönlicher Nachteile nicht von diesem bemerkenswerten Weg abbringen.
Preisträger: Ibraimo Alberto , Schwedt
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Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. (Sachsen-Anhalt)
Der Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. mit seinem Vorsitzenden Herrn Walter setzt sich für den Erhalt eines Abschnitts der ehemals innerdeutschen Grenze bei Hötensleben ein. Der Verein wurde 1993 gegründet, um dem Vergessen, Verdrängen und Verklären der DDR-Zeit entgegen zu wirken und die Deutsche Einheit zu fördern. Vor diesem Hintergrund initiierte der Verein die Spendenaktion „Bäume überwinden Mauern". Auf einem Abschnitt der ehemaligen Grenze wurden 80 Bäume gepflanzt, um an den Mauerverlauf im Ortsbereich zu erinnern und ein symbolisches Bekenntnis zur Deutschen Einheit abzugeben. Durch den symbolischen baulichen Erhalt der Grenzanlage möchte der Verein an die Gewalt und Repression des DDR-Staates erinnern und gerade Jugendlichen ermöglichen, sich über diesen Abschnitt der deutschen Geschichte zu informieren. Zu diesem Zweck wird seit 1998 jährlich ein internationales Jugendworkcamp veranstaltet. Die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins organisieren zudem Führungen und veröffentlichen das Buch „Heringsbahn", welches die Grenzgeschichte von Hötensleben zwischen 1945 und 1952 zum Inhalt hat. Der Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V. beteiligt sich somit aktiv an der Aufarbeitung der jüngsten deutschen Geschichte und dem Gedenken an ihre Opfer.
Preisträger: Grenzdenkmalverein Hötensleben e.V.
Filmportrait (Flashplayer)
Botschafter für Demokratie und Toleranz 2009
Botschafter für Demokratie und Toleranz 2007
Botschafter für Demokratie und Toleranz 2006
Botschafter für Demokratie und Toleranz 2005
Botschafter für Demokratie und Toleranz 2004
Botschafter für Demokratie und Toleranz 2003