Die Stadt Frankfurt lädt seit 1980 jüdische ehemalige BürgerInnen der Stadt, die vor dem Naziterror emigrieren mußten, nach Frankfurt ein. Die zwei Wochen ihres Aufenthalts nutzt die „Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit“, um die Gäste im Rahmen ihres Projekts „Jüdisches Leben in Frankfurt“ als Gesprächspartner und Zeitzeugen an Frankfurter Schulen zu vermitteln.
Die Hauptarbeit der Gruppe, die mit der Stadt Frankfurt kooperiert, liegt in der Vor- und Nachbereitung dieser Treffen, die für die jüdischen Gäste teilweise eine emotional schmerzvolle Begegnung mit der eigenen (Lebens-)Geschichte bedeuten. Daher sendet die Gesellschaft den Zeitzeugen vorab einen Fragebogen zu, der ihre ehemaligen Wohnorte, Schulen etc. erfaßt, um so die Vorbereitungen möglichst effektiv auf den jeweiligen Gast abzustimmen.
Für die für das Projekt ausgewählten Schulen organisiert die Gesellschaft ein Vorbereitungstreffen für Lehrer, betreibt Pressearbeit und stellt den Schulen eigens für das Projekt erstelltes Unterrichtsmaterial zur Verfügung. Damit wird gewährleistet, dass auch die SchülerInnen sich Hintergrundwissen erarbeiten können und gut vorbereitet auf die Zeitzeugen treffen.
Das von der Idee her sehr einfache Projekt überzeugt, weil zum einen die ehemaligen jüdischen BürgerInnen noch einmal die Möglichkeit erhalten, d ie Orte ihrer Kindheit/ Jugend wieder zu sehen, zum anderen treffen die heute Jugendlichen auf Zeitzeugen und erfahren Geschichte aus persönlichen Erzählungen – eine Vermittlung, die es in dieser Form bald nicht mehr geben wird. Um so wichtiger ist auch die geleistete Nachbereitung und Dokumentation dieser Begegnungen (in Form von Büchern, Artikeln, Videos etc.), die die Projektgruppe, wie die meisten anfallenden Arbeiten, ebenfalls ehrenamtlich unternimmt.