Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen

Projekt des Schulzentrums an der Alwin-Lonke-Straße, Bremen
und des Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum, Hennigsdorf (Brandenburg)


Jedes Jahr im Herbst arbeiten 40 bis 50 Bremer und Brandenburger Handwerks-Auszubildende gemeinsam mit Ausbildern und Lehrern eine Woche in der Gedenkstätte Sachsenhausen und setzten sich dort theoretisch und praktisch mit der Geschichte dieses Ortes auseinander. Die angehenden Maler, Tischler, Zimmerer, Gebäudereiniger, Fliesenleger, Metallbauer und Maurer aus "Ost und West" helfen gemeinsam bei der Instandsetzung und Restaurierung der noch vorhandenen Bauten in der Gedenkstätte.

Ziel des Projektes ist, die teilnehmenden jungen Menschen darin zu stärken, konstruktiv an der Lösung gesellschaftspolitischer Herausforderungen mitzuwirken und niemals wegzuschauen, wenn die Gefahr besteht, dass Extremismus und Gewalt die Oberhand gewinnen. Es ist ein eindringliches Zeichen, in Zeiten rechtsradikaler Übergriffe und aktueller denn je. Gerade heute gilt es, rechtspopulistischen Wortführern Einhalt zu gebieten, die versuchen, die demokratischen Werte in Frage zu stellen. Dieses Projekt sensibilisiert die Jugendlichen zu Beginn ihres Erwachsendaseins für die Folgen von Rassismus und Faschismus und lässt sie gleichzeitig durch aktives Tun einen Beitrag zur Mahnung und Bewahrung leisten.

Arbeiten in der Gedenkstätte
Die angehenden Gesellinnen und Gesellen restaurieren, sanieren und reinigen Gebäude und Anlagen des ehemaligen NS-Konzentrationslagers Sachsenhausen in Oranienburg bei Berlin. In den letzten Jahren wurden viele Sprossenfenster neu verglast und lackiert, große Teile der ehemaligen Lagermauer saniert, Türen und Tore für ehemalige Wachtürme und Lagerhallen gebaut und unzählige Ausstellungsvitrinen und Ausstellungsräume gereinigt. Die Auszubildenden leisten damit einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Gedenkstätte, der so durch die Träger der Gedenkstätte nicht geleistet werden kann.

Lernen in der Gedenkstätte
Begleitet wird die tägliche praktische Arbeit der Auszubildenden von einem intensiven inhaltlichen Programm. Dazu gehören eine Führung durch die Gedenkstätte, Gespräche mit Zeitzeugen und dem Leiter der Gedenkstätte Sachsenhausen und Selbsterkundungen des Gedenkstättengeländes. Zudem wird jährlich die Brandenburgische Tagespresse eingeladen, die die Azubis interviewt und darüber in Zeitungsartikeln berichtet.

Jeden Tag schreibt eine Gruppe der Auszubildenden über das Erlebte. In den Tagesberichten schildern die jungen Menschen ihre Gefühle und Gedanken, die sie während ihrer Arbeit in der Gedenkstätte haben. Außerdem beantworten die Teilnehmenden einen Fragebogen zu ihrer Motivation und ihren Eindrücken von der Projektfahrt. Zusammen mit den Tagesberichten und Fotos wird daraus ein umfangreicher Projektbericht erstellt.

Seit wann besteht das Projekt?
Das Projekt "Lernen und Arbeiten im ehemaligen KZ Sachsenhausen" wurde 1994 vom Schulzentrum an der Alwin-Lonke-Straße ins Leben gerufen. Anstoß zu dem Projekt gaben zum einen die rechtsradikalen Ausschreitungen gegen Migranten/-innen in Lübeck, Mölln und Solingen und zum anderen der von Neonazis 1992 verübte Brandanschlag auf die „jüdische Baracken“ der Gedenkstätte Sachsenhausen und Medienberichte über den befürchteten Verfall weiterer Gedenkstättengebäude. Seit 1998 besteht eine Kooperation mit dem Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum aus Hennigsdorf im Land Brandenburg.

Interner LinkFacebook



Projektträger:Schulzentrum des Sekundarbereichs II an der Alwin-Lonke-Straße
Adresse:Alwin-Lonke-Str. 71
28719 Bremen
Ansprechpartner:Katrin Graf
E-Mail:sachsenhausen@szals.de
Telefon:0421 - 361 165 60
Internet:https://www.szals.de/