28.11.2013

Preisverleihung im Wettbewerb in Görlitz (Rathaus) am 9. Juli 2008

Wettbewerb Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007

Am Mittwoch, den 9. Juli 2008, werden sieben Initiativen aus Sachsen als Preisträger im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2007" geehrt.

Das von den Bundesministerien des Innern und der Justiz im Jahr 2000 gegründete bundesweite „Bündnis für Demokratie und Toleranz - gegen Extremismus und Gewalt (BfDT)" vergibt im Wettbewerb 2007 Preise in Höhe von 1.000 bis 5.000 € für vorbildliches, nachahmenswertes zivilgesellschaftliches Engagement für Demokratie und Toleranz an insgesamt 73 Initiativen und Projekte.

Seit 2004 engagieren sich in der Bürgerinitiative „Demokratie anstiften" ehrenamtlich Bürger/innen aus Reinhardtsdorf-Schöna und dem Ortsteil Kleingießhübel gegen die menschenverachtende und verfassungsfeindliche Ideologie der NPD. Die Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, in der Gemeinde und in Kooperation mit ortsansässigen Vereinen, der Kirchengemeinde und interessierten Einzelpersonen den Einfluss extremistischer Kräfte zurückzudrängen. Dies geschieht in Form von Informationsveranstaltungen und Kulturveranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen; ein besonderer Schwerpunkt ist die grenzübergreifende Projektarbeit mit der polnischen Partnergemeinde Walim.

Die ausschließlich ehrenamtlich organisierte Faninitiative „Bunte Kurve" aus Leipzig ist vor dem Hintergrund der rassistisch motivierten Beschimpfungen gegen einen nigerianischen Spieler entstanden. Die Homepage der Faninitiative www.bunte-kurve.de dient als Informationsplattform zu rassistischen und diskriminierenden Vorfällen im deutschen und internationalen Fußball. Der Faninitiative „Bunte Kurve" gelingt es mit Projekten wie z.B. verschiedenen Trikotaktionen und integrativen Fußballturnieren nicht nur, klar gegen Rassismus und Diskriminierung im Fußball Position zu beziehen, sondern auch, über den Sport hinaus einen kontinuierlichen Beitrag zum toleranten Zusammenleben in der Leipziger Region zu leisten.

Das Christliche Jugenddorfwerk Chemnitz (CJD) engagiert sich seit Jahren gegen Extremismus, Rassismus und Antisemitismus besonders unter Jugendlichen. Mit dem 2005 begonnenen Projekt Geschichtswerkstatt „DenkZeichen Erzgebirge" konnte das CJD durch das ehrenamtliche Engagement der Projektteilnehmer/innen eine umfangreiche regionalgeschichtliche Bibliothek aufbauen und die Workshops  und Ausstellungen sind zum zentralen Anlaufpunkt für Jugendliche, Lehrer/innen, Sozialarbeiter/innen und Ortschronist/innen geworden. Ein Höhepunkt in der Arbeit der Geschichtswerkstatt war die Verlegung der ersten acht Stolpersteine für die jüdischen Opfer des NS-Regimes vor deren einstigen Wohnhäuser in der Stadt Freiberg im vergangenen Jahr.

Der Verein „Oberlausitz - neue Heimat e.V." - wurde mit dem Hauptziel der Unterstützung der russischsprachigen Mitbürger/innen im Kreis Löbau-Zittau gegründet und leistet mit vielfältigen Projekten einen wichtigen Beitrag zur Integrationsarbeit in der Region. Unter dem Motto „Eigenes Engagement der Migranten" veranstaltet der Verein Diskussionsrunden, um gegen Vorurteile anzugehen und bietet kulturelle Aktivitäten sowie berufsorientierende Maßnahmen an. Der Verein ist zudem Herausgeber der Jugendzeitung „Impulse Plus", die Themen wie z.B. Rechtsextremismus, jüdische Geschichte und Folgen der NS-Zeit behandelt

Der Verein „Hoffnung - Nadeshda" führt eine vielseitige Arbeit mit den Spätaussiedlerfamilien in der Stadt Freiberg durch. Mit dem Ziel, den Integrationsprozess durch Eigeninitiative von Spätaussiedler/innen und durch enge Zusammenarbeit mit den Einheimischen zu verbessern, wurden und werden eine Vielzahl von Projekten für Jugendliche und Erwachsene organisiert und durchgeführt. Zu den vielfältigen Projekten gehören Familienberatungen, Deutschunterricht für Kinder, Tanzzirkel, ein Kinderchor, ein Puppentheater, Ausstellungen und vieles mehr. All diese Projekte fördern nachhaltig die Integration von Spätaussiedler/innen und sind aus der Freiberger Kommune nicht mehr wegzudenken.

Das Opferberatungsprojekt „AMAL - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt e.V." leistete in den Regionen Ostsachsen, West- und Südwestsachsen Beratungs- und Unterstützungstätigkeit für Betroffene rechter Gewalt durch Gespräche über das Erlebte, Hinweise zum rechtlichen Vorgehen, Unterstützung bei der Suche von Tatzeugen, Rechtsanwälten und Psychologen, Begleitung bei Behördengängen und Antragstellungen. Das Projekt setzte sich insbesondere für die Rechte von ausgegrenzten und diskriminierten Bevölkerungsgruppen ein. Als unterscheidendes Merkmal zu anderen Beratungsangeboten versuchte AMAL selbst durch den so genannten „aufsuchenden Ansatz" Kontakt mit den Betroffenen herzustellen.

Der Verein „Peer Training Sachsen e.V." setzt sich landesweit mit Themen wie Vorurteilen, Diskriminierung, Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Vielfalt auseinander. So genannte Peer Trainer geben ehrenamtlich Workshops an Schulen, in Vereinen, bei Veranstaltungen - und „trainieren" andere Jugendliche. Hierbei ist das vorrangige Ziel, durch die Workshops Prozesse Sozialen Lernens bei den Gruppenteilnehmer/innen in Gang zu setzten, d.h. Perspektiven und Alternativen zu Vorurteilen und Diskriminierungen aufzuzeigen und den Umgang mit kultureller Vielfalt zu trainieren. Der Verein zeichnet sich dadurch aus, dass Jugendlichen auf Augenhöhe begegnet wird und diese anschließend bei Gleichaltrigen als Multiplikatoren wirken.

Gemeinsam mit dem Bürgermeister der Stadt Görlitz, Herrn Ulf Großmann, wird Herr Jens Ackermann, Mitlied des Deutschen Bundestages und Mitglied im Beirat des BfDT, die Preisträger in einer öffentlichen Preisverleihung im Rathaus der Stadt Görlitz auszeichnen und würdigen. Dr. Gregor Rosenthal, Geschäftsführer des BfDT, wird die Aktivitäten des bundesweiten Bündnisses vorstellen. Im Anschluss an die Preisverleihung besteht die Möglichkeit, mit den Preisträgern sowie den Veranstaltern ins Gespräch zu kommen.

Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2007