28.05.2014

Festakt/ Auszeichnung "Botschafter" 2014

Auszeichnung "Botschafter für Demokratie und Toleranz" in Berlin

Festakt zur Feier des Tages des Grundgesetzes 2014 (Foto: BfDT)Festakt zur Feier des Tages des Grundgesetzes 2014 (Foto: BfDT)
Am 23. Mai 2014 verlieh das Bündnis für Demokratie und Toleranz – gegen Extremismus und Gewalt (BfDT) zum 13. Mal in einem feierlichen Festakt die Auszeichnung "Botschafter für Demokratie und Toleranz" an fünf Persönlichkeiten und Initiativen, die sich in herausragender Weise um Demokratie und Toleranz verdient gemacht haben. Der Preis ist eine der bedeutendsten bundesweiten Anerkennungen um zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland öffentlich zu würdigen und mit jeweils 5000 € dotiert.

Das Bündnis für Demokratie und Toleranz setzt mit der Preisverleihung ein klares Zeichen für eine starke und aktive Zivilgesellschaft als eine tragende Säule der Demokratie. Die Preisträger zeigen vorbildhaft, was man gegen Vorurteile, rechtsextremistische Aktivitäten oder soziale Ausgrenzung vor Ort bewirken kann. Mit der Preisverleihung dankt das BfDT auch den Millionen Menschen, die sich in Deutschland täglich meist ehrenamtlich als Einzelpersonen oder in Bürgerbündnissen, Initiativen, Vereinen und Aktionsgemeinschaften für eine demokratische und tolerante Gesellschaft engagieren.

    Nach einer Begrüßung durch Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, diskutierten Christian Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle BfDT und zwei Teilnehmende des Jugendkongresses "Europäisch. Demokratisch. Aktiv." über ehrenamtliches Engagement von jungen Menschen.

      Danach wurden die fünf Preisträger/-innen durch die Mitglieder des Beirats des BfDT Christian Lange, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Justiz und für Verbraucherschutz, Monika Lazar, MdB sowie Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast und Prof. em. Dr. Wolfgang Benz ausgezeichnet. Shelly Kupferberg vom Kulturradio rbb führte durch das Programm mit musikalischer Begleitung von Jamaram.

      Die Botschafter für Demokratie und Toleranz 2014 sind:

      KIgA – Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus e.V. für neue und innovative Ansätze in der schulischen und außerschulischen Bildungsarbeit in der Migrationsgesellschaft in Berlin- Kreuzberg

      Yasmin Kassar und Malte Holler von KIgA e.V. mit PSt Christian Lange, BfDT-Beiratsmitglied (Foto: BfDT)Yasmin Kassar und Malte Holler von KIgA e.V. mit PSt Christian Lange, BfDT-Beiratsmitglied (Foto: BfDT)

      KIgA e.V. erarbeitet modellhafte und lebensweltlich orientierte pädagogische Ansätze und Materialien für die schulische und außerschulische Bildung. Die Initiative engagiert sich für historisch-politische Bildungsarbeit sowie in der Antisemitismus- und Islamismusprävention und möchte damit besonders die Migrationsgesellschaft ansprechen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf muslimisch sozialisierten Jugendlichen und jungen Erwachsenen.
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      Storch Heinar für satirisches Engagement gegen Rechtsextremismus, kulturelle und gesellschaftspolitische Bildung, lokale Vernetzung und langfristig angelegte Mitmachangebote

      "Storch Heinar" mit Julian Barlen und BfDT-Beiratmitglied Christian Lange (Foto: BfDT)Julian Barlen, Storch Heinar und BfDT-Beiratmitglied Christian Lange bei der Auszeichnung zum "Botschafter für Demokratie und Toleranz 2014" (v.l.n.r) (Foto: BfDT)

      Die satirische Bildungskampagne Storch Heinar und seine Kapelle "Storchkraft" richten sich an Jung und Alt und engagieren sich für eine nachhaltige Stärkung einer positiven und selbstbewussten Demokratie durch kulturelle und gesellschaftspolitische Bildung, lokale Vernetzung und langfristig angelegte "Mitmachangebote". Beheimatet in Mecklenburg-Vorpommern ist das feste Team von Storch Heinar in der ganzen Bundesrepublik Ansprechpartner für Workshops in Schulen sowie prominenter Gast bei Kundgebungen und Fachkonferenzen für die Förderung zivilgesellschaftlichen Engagements. Außerdem werden im Internet Kleidungsstücke mit humoristischen Anspielungen auf aktuelle rechtsextreme sowie historische nationalsozialistische Semiotik angeboten. Etwaige Erlöse aus dem Bekleidungsverkauf fließen in die redaktionelle Arbeit gegen Rechtsextremismus. Nicht nur die hohe Reichweite der Kampagnen-Webseite und des Netzwerkes im "Social-Web" sprechen für den Einfluss, den der oberschnabelbarttragende Storch Heinar hat, auch die Reaktionen der Rechtsextremisten sind ein eindeutiges Zeichen dafür.
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      Andrea Röpke für journalistische Aufklärungsarbeit und Engagement gegen Rechtsextremismus

      Andrea Röpke mit BfDT-Beiratsmitglied und MdB Monika Lazar (Foto: BfDT)(Foto: BfDT)Andrea Röpke mit BfDT-Beiratsmitglied und MdB Monika Lazar (Foto: BfDT)
      Andrea Röpke ist freie Journalistin mit dem Themenschwerpunkt Rechtsextremismus. Sie gilt als eine der besten Kennerinnen der rechten Szene in Deutschland und engagiert sich seit Jahren für die Aufklärung über diese Netzwerke. Andrea Röpke publiziert seit Anfang der 1990er-Jahre zum Thema Neonazismus und ist insbesondere durch ihre Insider-Reportagen bekannt geworden. Ihre Arbeiten, etwa über Freie Kameradschaften oder die Heimattreue Deutsche Jugend, wurden bisher beispielsweise in TV-Magazinen sowie überregionalen Zeitschriften veröffentlicht. Ihre Reportagen sind Teil des Angebots der Bundeszentrale für politische Bildung. Auch im NSU-Untersuchungsausschuss war sie eine wichtige Informationsquelle.
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      Bürgerprojekt "Nienhagen Rechtsrockfrei" für den gemeinsamen Einsatz gegen rechtsextremistische Musikveranstaltungen in Nienhagen

      Gudrun Schuster und Ute Röhrdanz vom Bürgerbündnis „Nienhagen-Rehtsrockfrei“ mit Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast sowie Moderatorin Shelly Kupferberg (Foto: BfDT)Gudrun Schuster und Ute Röhrdanz vom Bürgerbündnis „Nienhagen-Rehtsrockfrei“ mit Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast sowie Moderatorin Shelly Kupferberg (Foto: BfDT)
      Die Initiative Nienhagen-Rechtsrockfrei entstand als Reaktion auf die Vorbereitung und Durchführung von rechtsextremistischen Musikveranstaltungen in Nienhagen, Sachsen-Anhalt. Das 380-Seelen-Dorf hat jedes Jahr mit Konzerten der rechten Szene zu kämpfen, die in den Sommermonaten bis zu 1800 Nazis nach Nienhagen locken. Nur ein Großaufgebot der Polizei verhindert, dass die Situation im Ort eskaliert. Nienhagen ist dabei letztlich Sammelpunkt für latent gewaltbereite Rechtsextreme. Die Initiative hat inzwischen rund 100 Unterstützer/-innen aus Politik (Kommune, Land und Bund) und anderen gesellschaftlichen Bereichen über die Dorfgrenzen hinaus.
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      Jana Müller für Zeitzeugenarbeit, Gedenkstättenfahrten und ehrenamtliches Engagement gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antiziganismus in Dessau

      Jana Müller vom alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau mit der Zeitzeugin Doris Grozdanovicova und BfDT-Beiratsmitglied Prof. em. Dr. Wolfgang Benz sowie Moderatorin Shelly Kupferberg (Foto: BfDT)Jana Müller vom alternativen Jugendzentrum e.V. Dessau mit der Zeitzeugin Doris Grozdanovicova und BfDT-Beiratsmitglied Prof. em. Dr. Wolfgang Benz sowie Moderatorin Shelly Kupferberg (Foto: BfDT)

      Jana Müller ist Sozialpädagogin im Alternativen Jugendzentrum e.V. (AJZ) Dessau. Sie engagiert sich seit Mitte der 1990er-Jahre überwiegend ehrenamtlich in der politisch-historischen Bildung und in Projekten gegen Rechtsextremismus, Antisemitismus und Antiziganismus.
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