13.05.2014

Preisverleihungen im Wettbewerb "Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2013 am 16. April in Berlin

Frau Dilek Kolat, Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen
Die erste Preisverleihung des Wettbewerbes „Aktiv für Demokratie und Toleranz" 2013 fand am 16. April 2014 in Berlin statt. Von 17.00 bis 19.30 Uhr wurden die insgesamt 13 Preisträger/-innen aus Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen im Louise-Schröder-Saal des Roten Rathauses in einer öffentlichen Preisverleihung ausgezeichnet und für ihr Engagement gewürdigt.

Die Begrüßung der Gäste an diesem feierlichen Abend wurde von der Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Frau Dilek Kolat, übernommen. Herr Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, stellte die Arbeit des BfDT vor. Die Urkunden überreichten die Beiratsmitglieder Frau Monika Lazar, MdB, und Frau Gabriele Rohmann, Vorstandsvorsitzende des Archiv der Jugendkulturen e.V.

Ziel des Wettbewerbes „Aktiv für Demokratie und Toleranz" ist es, zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland sichtbar zu machen. Unter dem Motto „Das Rad muss nicht immer neu erfunden werden" sollen in der Praxis bewährte, gut nachahmbare Projekte, die bereits eine gewisse Verstetigung vorweisen können, identifiziert und prämiert werden. So können sie als Beispiel guter Praxis für Engagierte andernorts dienen.

Folgende Projekte wurden ausgezeichnet:

Berlin

1. Woche der Sprache und des Lesens in Berlin
Aufbruch Neukölln e.V
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Der Verein Aufbruch Neukölln e.V. organisierte im September 2012 die "1. Woche der Sprache und des Lesens in Berlin". Rund 150 Ehrenamtliche sorgten dafür, dass an Schulen, Kitas, Bildungseinrichtungen und vielen anderen Orten der Hauptstadt die verschiedensten Veranstaltungen rund um die Themen Sprache und Lesen stattfanden. Dazu zählten unter anderem Lesungen, Musik- und Tanzveranstaltungen, Mitmach-Aktionen, diverse Workshops und Vorstellungen.Ziel des Projekts war es, die Neugier der Kinder und Jugendlichen für Literatur, Kunst und Kultur zu wecken. Darüber hinaus sollte die Sprach- und Lesefähigkeit der Kinder gestärkt und gefördert werden. (Ausgezeichnet mit 4.000 Euro)

Champions ohne Grenzen
"...weil Fußball verbindet!" e.V.

Das Projekt "Champions ohne Grenzen" ist ein Kooperationsprojekt des Vereins "...weil Fußball verbindet!", des SV Hansa 07 e.V. und des KuB (Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und MigrantInnen e.V.). Es hat sich zur Aufgabe gemacht, ein über den Fußball hinaus gehendes Trainingsangebot für Flüchtlinge zu schaffen, das den Teilnehmenden eine kurzweilige Unterbrechung ihres Lebensalltags ermöglicht. Die teilnehmenden Flüchtlinge sollen sich regelmäßig aus den meist dezentral gelegenen Sammelunterkünften für Asylbewerber/-innen begeben und können dadurch ihre räumlich-soziale Isolation brechen und Erfahrungen auf 'freiem Feld’ sammeln sowie soziale Kontakte knüpfen. (Ausgezeichnet mit 4.000 Euro)

Feriencamp "Demokratie und Persönlichkeit"
Trägerwerk Soziale Dienste in Berlin und Brandenburg gGmbH

Das Feriencamp "Demokratie und Persönlichkeit" wurde von der ehemaligen Bundestagsabgeordneten Silvia Schmidt (SPD) 2006 erstmals initiiert, um der Kinderarmut, insbesondere in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt entgegenzuwirken. Das Feriencamp richtet sich an Kinder zwischen 8 und 14 Jahren, die nachweislich in einem sozial benachteiligten Elternhaus wohnen oder von körperlichen und seelischen Beeinträchtigungen betroffen oder bedroht sind. Des Weiteren werden Kinder Alleinerziehender und Geringverdienender sowie Kinder, die in keinem Feriencamp ohne besondere Förderung angemeldet werden können, berücksichtigt. Ziel des Projekts ist es, die Teilnehmenden in ihrer Persönlichkeit und im alltäglichen Umgang miteinander zu stärken sowie durch erlebnispädagogische Methodik Gewaltprävention zu betreiben. (Ausgezeichnet mit 3.000 Euro)

Angekommen – ein Filmprojekt mit jungen Flüchtlingen
Bundesfachverband Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V.

"Angekommen – ein Filmprojekt mit jungen Flüchtlingen" des Bundesfachverbandes Unbegleitete Minderjährige Flüchtlinge e.V. wurde im Sommer 2011 ins Leben gerufen. Neun junge Flüchtlinge im Alter von 18 bis 27 Jahren haben mit Begleitung und Unterstützung durch den Bundesfachverband und dem UNHCR ehrenamtlich einen Film über ihre Lebenssituation in Deutschland gedreht. Der Film zeigt die Schwierigkeiten und Erfolge der Flüchtlinge, hier in Deutschland anzukommen und akzeptiert zu werden. Beraten wurden sie dabei durch ein Experten/-innen-Team bestehend aus drei ehemaligen Flüchtlingen, die mittlerweile als Schauspieler/-innen und Kulturmittler/-innen tätig sind, sowie durch sieben ältere Flüchtlinge, deren Erfahrungen ebenfalls mit in den Film einflossen. (Ausgezeichnet mit 3.000 Euro)

"kudamm'31"
past[at]present Geschichte im Format GbR

Das Projekt "kudamm'31" der past[at]present Geschichte im Format GbR entstand im Wintersemester 2011/2012 an der Freien Universität Berlin und war Studienprojekt einer Gruppe Studierender des Masterstudiengangs Public History. Die daraus entstandene App "Radio Aporee" lädt zu einem Audiowalk entlang des Berliner Kurfürstendamms ein, der den Zuhörer in die Geschichte und Gegenwart des jüdischen Lebens rund um den Ku'damm eintauchen lässt und über das Pogrom vom 12. September 1931 informiert. Ziel des Projektes ist es, einen unbekannten Teil der Berliner Stadtgeschichte öffentlich erfahrbar und hörbar zu machen. Die Firma past[at]present Geschichte im Format GbR wurde nach Ende des Uni-Projekts sowie der Arbeit an "ku'damm31" gegründet, um weitere Orte verborgener oder vergessener Geschichte zu entdecken und der Öffentlichkeit erlebbar zu machen. (Ausgezeichnet mit 3.000 Euro)

Brandenburg


Gemeinsam – Füreinander
Förderverein der Nordend-Schule e.V. - Eberswalde

Das Projekt "Gemeinsam Füreinander"des Fördervereins der Nordend-Schule e.V. ist ein Kindermusical basierend auf dem Kinderbuch "Das Vier-Farben Land" von Gina Ruck-Pauquet. Mit dem Projekt möchten Schule und Förderverein ein klares Zeichen gegen Ausgrenzung und Diskriminierung sowie für Toleranz, Solidarität und Gemeinsamkeit setzen. Die Nordendschule ist eine sonderpädagogische Schule mit dem Förderschwerpunkt Sprache, emotional-sozialer Kompetenz und Lernen und setzt einen Schwerpunkt auf gewaltpräventives Arbeiten. In dem Kindermusical gelingt es den Kindern, die strenge Teilung der Länder Grün, Gelb, Rot und Blau zu durchbrechen und festzustellen, dass ein buntes Miteinander, gemeinsames Spielen, Lernen und Leben viel interessanter ist und der Gemeinschaft gut tut. (Ausgezeichnet mit 4.000 Euro)

Hellersdorf hilft Asylsuchenden
Hellersdorf hilft – Hoppegarten

Die Initiative "Hellersdorf Hilft" entstand im September 2013 in Abgrenzung zu fremdenfeindlichen Reaktionen aus der Nachbarschaft auf die Eröffnung einer Notunterkunft für Flüchtlinge. Ziel der Initiative ist zum einen, eine weltoffene, bunte und menschenfreundliche Atmosphäre im Bezirk aufzubauen und rechtsradikalem Gedankengut sowie Intoleranz und Diskriminierung entgegenzuwirken. Zum anderen möchte die Initiative konkret Hilfe für die neu eintreffenden Flüchtlinge leisten, unter anderem in Form von Sachspenden sowie Unterstützung bei Behördengängen und Arztterminen. Die Flüchtlinge aktiv in die Bezirksgemeinschaft mit einzubeziehen und sie willkommen zu heißen ist ein weiteres erklärtes Ziel der Initiative und soll durch die Gestaltung von gemeinsamen Freizeitaktivitäten erreicht werden. (Ausgezeichnet mit 2.000 Euro)

Sachsen

Schulaufklärungsprojekt "LiebesLeben"
Gerede homo bi und trans* e.V. - Dresden

Seit 1989 bietet der Verein Gerede homo bi und trans e.V aus Dresden mit seinem Projekt "LiebesLeben" Aufklärungsarbeit für Schulklassen und Jugendgruppen zum Thema Liebe und sexuelle Vielfalt an. In einer mindestens 90-minütigen Veranstaltung klären die ausgebildeten Ehrenamtler/-innen über Rollenbilder und Rollenerwartungen, verschiedene Lebensentwürfe, Liebe, Sexualität und Partnerschaft, sexuelle Orientierungen und Identität auf. Dabei wird viel Raum für Diskussionen, Austausch und Fragen gegeben. Mit dem Projekt möchte der Verein dazu beitragen, Klischees und Vorurteile abzubauen und Toleranz, Respekt sowie Akzeptanzbereitschaft zu stärken. Darüber hinaus versteht er seine Arbeit als eine Hilfeleistung für homosexuelle Jugendliche und ermutigt diese, zu sich und ihrer sexuellen Identität zu stehen. (Ausgezeichnet mit 4.000 Euro)

Wanderausstellung "Gerechte unter den Völkern"
Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. - Görlitz

Der Förderverein Kulturstadt Görlitz-Zgorzelec e.V. zeigte im Jahr 2012 in zehn deutschen und polnischen Städten mit der Wanderausstellung "Gerechte unter den Völkern" das Leben und Wirken von Menschen, die sich während des Nationalsozialismus in besonderer Weise für jüdische Mitbürger/-innen einsetzten. Die Schautafeln widmeten sich Rettern/-innen aus fast allen von Deutschland besetzten Gebieten. Biografische Hintergrundinformationen, Aktivitäten und Beweggründe zur Hilfe wurden vorgestellt und unterschiedliches Anschauungsmaterial zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung wurde durch Informationsveranstaltungen in Schulen begleitet. Dabei sollten immer auch Brücken zur Gegenwart geschlagen und die Schüler/-innen und Besucher/-innen zur Reflexion angeregt werden. (Ausgezeichnet mit 3.000 Euro)

Sachsen-Anhalt

Agentur Schutzengel – die Kinderpolizei
Serviceverein der IPA für Polizeigeschichte und Prävention e.V. - Wettin-Löbejün

Der Serviceverein der IPA (International Police Association) für Polizeigeschichte und Prävention e.V. aus Wettin-Löbejün führt seit zehn Jahren das landesweit agierende kriminalpräventiv ausgerichtete Projekt "Agentur Schutzengel, die Kinderpolizei" durch. Das Projekt beginnt mit der Verhaltensprävention von Kindern ab vier Jahren. Zum Repertoire zählen insbesondere Puppenund Rollenspiele, der Einsatz des Polizeihundes "Kommissar Schröder" sowie des "Polizeiraben Rudi". Seit seiner Pensionierung 2007 ist der ehemalige Polizist Steffen Claus ehrenamtlich für die Kinderpolizei unterwegs. Mit seiner Arbeit möchte Herr Claus Toleranz fördern und Kompetenz sowie Demokratieverständnis stärken. Zudem macht sich das Projekt für den Kinderschutz und für Kinderrechte stark. (Ausgezeichnet mit 5.000 Euro)

Interkulturelles Kinder-und Jugendfreizeitzentrum "Moskito"
Kinderheim Harkerode e.V, Kinder- und Jugendfreizeitzentrum "Moskito" - Eisleben

Das Interkulturelle Kinder- und Jugendfreizeitzentrum "Moskito" des Kinderheim Harkerode e.V. in Eisleben möchte durch Sport und Bildungsarbeit Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung fördern und sie für ein solidarisches Zusammenleben sensibilisieren. Vor allem für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ist die Lage auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt schwierig. Daher bietet ihnen das "Moskito" im Rahmen der offenen Jugendarbeit den demokratischen, sozialen und gemeinschaftlichen Umgang miteinander zu praktizieren. Mit den Beratungs-, Bildungs-, Sport- und Freizeitangeboten sollen alle Besucher/-innen lernen, ihre eigenen Bedürfnisse, Rechte und Pflichten als Teil der Gesellschaft zu erkennen und sich einzubringen. Die Kinder und Jugendlichen im Jugendzentrum werden zum größten Teil ehrenamtlich betreut. (Ausgezeichnet mit 2.000 Euro)

Thüringen

Programm Politische Bildung und demokratische Erziehung
Evangelische Schulstiftung in Mitteldeutschland (Schulstiftung der EKM)

Das "Programm Politische Bildung und demokratische Erziehung" der Evangelischen Schulstiftung Erfurt läuft seit 2011 und wird bis voraussichtlich 2015 durchgeführt. Das Projekt initiiert, organisiert und evaluiert gemeinsam mit Lehrer/-innen und Schüler/-innen einzelner evangelischer Schulen der Region verschiedenste Veranstaltungen zu den Schwerpunktthemen "Gemeinsam gegen rechts", "Übungen zu Toleranz und Konfliktlösung", "Entwicklung einer schulischen Demokratiekultur“ und "Friedenspädagogik". Die wichtigsten Ziele des Programms bestehen darin, Kinder und Jugendliche sowie pädagogische Multiplikatoren zu sensibilisieren und zu stärken, Situationen von Gewalt, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu erkennen und angemessen zu beantworten, eine eigene Position aufzubauen und deutlich zu vertreten, ohne selbst in den Duktus "gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit" zu verfallen. An den Lesungen, Podiumsdiskussionen, Film-Projekten und Trainings nehmen Multiplikatoren/-innen gemeinsam mit der Programmleitung sowie den Schüler/-innen und der Lehrerschaft teil. (Ausgezeichnet mit 3000€)

Dialogforen
Graswurzel Netzwerk – Weimar

Das Graswurzel Netzwerk wurde 2008 mit dem Ziel gegründet, Toleranz und Vielfalt zu fördern und Fremdenfeindlichkeit sowie Rassismus in der Gesellschaft entgegenzuwirken. Seit seiner Entstehung organisiert das Netzwerk jährlich die sogenannten "Dialogforen", bei denen es sich um ein zweitägiges Bildungs- und Diskussionsangebot mit Workshops, Vorträgen und einem austauschenden Plenum handelt. Im Jahr 2013 lagen die Themenschwerpunkte unter anderem auf Fragen rund um das Versammlungsrecht, sowie die Unterstützung von Flüchtlingen. Des Weiteren gab es Aufklärungsangebote zu Themen wie "Homophobie im Fußball" und "Die rechte Szene". Das Graswurzelnetzwerk versteht sich dabei als eine Initiative "von unten" in die sich sowohl Jugendliche, als andere Interessierten einbringen können. (Ausgezeichnet mit 2000€)

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Pressekontakt:

Geschäftsstelle Bündnis für Demokratie und Toleranz
in der Bundeszentrale für politische Bildung
Arbeitsbereich Öffentlichkeitsarbeit
Friedrichstraße 50
10117 Berlin

buendnis@bpb.bund.de
www.buendnis-toleranz.de


 

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