Auch die Projekte aus Baden-Württemberg wurden geehrt

Preisverleihung in Karlsruhe

Am 10. Mai 2013 war es endlich so weit. Sechs Projekte wurden in der öffentlichen Preisverleihung in Karlsruhe im Bürgersaal des Rathauses von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup (SPD), Sebastian Nikoloff, Mitglied im Beirat des BfDT, und Dr. Gregor Rosenthal, Leiter der Geschäftsstelle des BfDT, für ihr zivilgesellschaftliches Engagement geehrt und ausgezeichnet. Nach der Preisverleihung bestand bei einem Empfang noch die Möglichkeit mit Preisträgern und Partnern ins Gespräch zu kommen und sich über die Ideen für neue Kooperationen auszutauschen.

Folgende Projekte wurden ausgezeichnet



Theaterstück „Elsa – ich darf nicht sprechen“
Theater im Gewölbe e. V., Offenburg
In dem Theaterstück „Elsa – ich darf nicht sprechen“ von Annette Müller bringen zehn Schauspieler/-innen des Theaters im Gewölbe, Offenburg, sowie 17 Jugendliche aus acht Offenburger Schulen ein Stück über Meinungsfreiheit in der nationalsozialistischen Diktatur. Seit Anfang 2011 wurde das Stück gemeinschaftlich von den Schauspielern/-innen und den Jugendlichen erarbeitet, aufgeführt und weiterentwickelt. In Anlehnung an das wahre Leben der Elsa Santo aus der Ortenau entstand in schnellen Sequenzen und zeitgenössischen Choreografien, eingefasst in Sound- und Videocollagen, ein für den/die Zuschauer/-in zugängliches Stück, das in den Schulklassen theaterpädagogisch nachbereitet wird. Bei dem generationsübergreifenden Ensemble ist die jüngste Schauspielerin acht Jahre und die älteste 75 Jahre alt. Dieses Projekt wurde mit 2.000 Euro ausgezeichnet.

Aktiv werden und nicht nur reden!

FairStreiter/CTS, Schwetzingen
Seit 2005 engagieren sich die Schüler/-innen und Lehrer/-innen der Carl-Theodor-Schule in Schwetzingen aktiv zum Thema Gewaltprävention und Toleranz. Unter dem Motto „Aktiv werden und nicht nur reden!“ sind heute über 20 Schüler/-innen als „FairStreiter“-Konfliktlotsen/-innen im Einsatz und werden von fünf Lehrern/-innen dabei unterstützt, ein positives Schulklima zu fördern und gegen Gewalt in der Schule einzutreten. Ziel ist es Schüler/-innen in Zivilcourage, der eigenen Wehrhaftigkeit und Selbstbehauptung zu stärken und für Themen wie Mobbing zu sensibilisieren. Neben dem schulischen Engagement organisieren die „FairStreiter“ jährliche Events, wie das „Lichtermeer – Licht in einer Welt von Gewalt“ bei dem die Schüler/-innen in der Vorweihnachtszeit mit Lichterketten aus 300 Kerzen ein Zeichen gegen Gewalt setzen. Dieses Projekt wurde mit 2.000 Euro ausgezeichnet.

Ausbildung und Einsatz von Jugendguides

KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen, Herrenberg
Seit dem Frühjahr 2011 bildet die KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen Jugendguides aus. Die ehrenamtlichen Guides sind zwischen 20 und 30 Jahren alt, meist Studierende, und werden in mehreren Seminaren ausgebildet. Dabei entwickeln sie selbst Module für Führungen mit Schulklassen in der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. In den Schuljahren 2010/11 und 2011/2012 haben knapp 60 Schulklassen die Gedenkstätte besucht und wurden dabei von den Jugendguides begleitet. Das Pilotprojekt ist inzwischen Vorbild für andere Gedenkstätten des Gedenkstättenverbundes Gäu-Neckar-Alb. Über die Arbeit der Guides wurde ein Film gedreht und die DVD über das Projekt wird von der Landeszentrale für Politische Bildung Baden-Württemberg vertrieben. Dieses Projekt wurde mit 2.000 Euro ausgezeichnet.

Förderung von Zivilcourage
Bürgerinitiative Zivilcourage e.V., Karlsruhe
Seit 2010 engagiert sich die ehrenamtlich aktive Bürgerinitiative Zivilcourage e.V. für Zivilcourage und die Stärkung von demokratischer Mitverantwortung in Karlsruhe und Umgebung. Als Reaktion auf die Gewaltakte vor zwei Jahren gegründet, bieten die Initiatoren/-innen vielfältige Aufklärung über Gewalt im öffentlichen Raum und wollen mit speziellen Bürgertrainings die Voraussetzung dafür schaffen, dass Bürger/-innen bedrängten oder bedrohten Menschen in geeigneter Weise Hilfe leisten können und damit zur Sicherheit des Gemeinwesens beitragen. Die Trainings werden derzeit von einem ehrenamtlichen Team von 26 Personen, darunter 11 professionell ausgebildete Trainer/-innen, angeboten. Seit dem Projektstart wurden bereits 21 Bürgertrainings durchgeführt. Dieses Projekt wurde mit 2.000 Euro ausgezeichnet.

Medienscout
Medienscout e. V., Burgstetten 
Im Projekt „Medienscout“ aus Burgstetten werden seit 2009 Schüler/-innen medienpädagogisch ausgebildet und angeleitet die eigenen Wertevorstellungen mit denen der Menschenrechte zu kombinieren und auf Medieninhalte anzuwenden. Zudem werden sie darauf vorbereitet, ihre gleichaltrigen und jüngeren Mitschüler/-innen, mit Hilfe multi-medialer Präsentationen und Workshops, in Medienkompetenz auszubilden. Dabei setzt das Projekt auf den Ansatz von „Peer-to-Peer-Education“. Im Januar 2012 wurde der Verein Medienscout e.V. gegründet. Hauptziel des Vereins ist und bleibt es, die Beeinflussungsstrategien der Medien, im Bereich des Konsumdenkens, eines möglichen unerreichbaren Schönheitsideals und der Gewaltverherrlichung, aufzuzeigen. Die verschiedenen kritisch behandelten Aspekte sollen anhand der Menschenrechte und ethischer Fragestellungen überprüft werden. Ein weiterer Auftrag der „Medienscouts“ ist es Risiken von Medien-/Onlinesucht gemeinsam mit den Schülern/-innen zu erarbeiten und über Internetsicherheit aufzuklären. Dieses Projekt wurde mit 5.000 Euro ausgezeichnet.

Jugend informiert Jugend
Jugendgruppe HiSTORIES, Vaihingen an der Enz
Die Jugendgruppe HiSTORIES wurde 2006 als Arbeitsgruppe des Vereins KZ-Gedenkstätte Vaihingen/Enz e.V. ins Leben gerufen. Seither engagiert sich die ehrenamtlich getragene Gruppe unter dem Motto "Jugend informiert Jugend" und trägt so zur geschichtlichen Aufklärung über lokale NS-Geschichte bei. Zudem unterstützt und berät die Jugendgruppe Schüler/-innen ab 15 Jahren in der Bearbeitung von Referaten und Kompetenznachweisen wie GFS (Gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen). HiSTORIES wird getragen von sieben engagierten Jugendlichen im Alter von 16 bis 21 Jahren. Im Rahmen der Bildungsarbeit betreut die Jugendgruppe die Wanderausstellungen "Menschenrechte hautnah", "Vom Massengrab zum Ehrenfriedhof" und "Die Leidenswege dreier Häftlinge durch Europa". HiSTORIES setzt in ihrer Bildungsarbeit bewusst auf den „Peer-to-Peer“-Ansatz, bei dem Jugendliche von Jugendlichen lernen und gemeinsam auf Augenhöhe ein Austausch ermöglicht werden soll, der Jugendliche nachhaltig zum Lernen anregt. Dieses Projekt wurde mit 4.000 Euro ausgezeichnet.


 

Aktiv-Preisträger/-innen erzählen von ihrem Engagement

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Audiopodcast über das Projekt: Güntersen, BUNT statt BRAUN
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