„Schaffen können wir es nur gemeinsam“

Preisverleihung des Wettbewerbs „Aktiv für Demokratie und Toleranz 2009“ in Bernau bei Berlin

Die Preisträger in Bernau am 8.10.2010
Leon Auerbach mit dem VolkMobil des KaDeDe und Dr. Gregor Rosenthal
Diana Sandler von Diamant e.V. präsentiert ihre Urkunde

Am Freitag, den 8. Oktober 2010 zeichnete das Bündnis für Demokratie und Toleranz (BfDT) 12 Preisträger aus Berlin und Brandenburg in Bernau bei Berlin aus. Der Bürgermeister der Stadt Bernau Herr Hubert Handke und Dr. Gregor Rosenthal, Geschäftsführer des BfDT, würdigten die Preisträger mit einer kurzen Ansprache. Anschließend wurden die Urkunden durch die BfDT-Beiratsmitglieder MdB Gabriele Fograscher und Uta Leichsenring, Leiterin der Außenstelle Halle der Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR, überreicht.

Dr. Rosenthal unterstrich in seiner Rede, wie wichtig das meist ehreamtliche Engagement der ausgezeichneten Preisträger für deren Herkunftsorte und die Menschen um sie herum sei. „Sie gehen mit positivem Beispiel voran, regen zur Nachahmung an und zeigen, dass einige wenige gemeinsam viel erreichen können", erläuterte Rosenthal. Die Aufgabe des BfDT sei es hierbei, ihnen öffentliche Aufmerksamkeit und Unterstützung bei ihrer Arbeit zukommen zu lassen. Die öffentliche Preisverleihung trage hierzu bei.

In kurzen Gesprächen hatten alle Preisträger Gelegenheit, ihre Arbeit und ihre preisgekrönten Projekte vorzustellen. Die rund 100 Gäste zeigten sich hierbei zunehmend begeistert, als sie von dem vielfältigen, nachhaltigen und oft auch originellen Engagement der Preisträger erfuhren. Besondere Sympathien erhielten die jugendlichen Preisträger des KaDeDe - Kaufhaus der Demokratie, die in Eigenregie erdachte, selbst angefertigte Produkte präsentierten, welche zur kreativen Auseinandersetzung mit unserer Demokratie anregen sollen. Das Projekt, das in Berlin-Wedding vom Club Dialog e.V. ins Leben gerufen wurde, vereint Jugendliche unterschiedlichster Herkunft und Nationalität und regt sie zu mehr gesellschaftspolitischer Teilhabe an.

Auch das Projekt „Netzwerk Schülerhilfe Rollberg" des Vereins Morus 14 e.V. bindet erfolgreich Schülerinnen und Schüler ein und vermittelt ihnen den Wert gemeinsamen Lernens und gemeinsam erreichter Erfolge. Oft beginne die Arbeit ganz im Kleinen: „Am Anfang muss man den Kindern erst mal beibringen, einen Termin einzuhalten. Anschließend kann dann die eigentliche Arbeit losgehen", erläuterte Gilles Duhem, Projektleiter der Schülerhilfe. Mittlerweile seien bereits 20 Prozent aller GrundschülerInnen des Rollberg-Viertels in der Schülerhilfe aktiv, vermeldet Duhem stolz. Viel gelernt habe er vor allem von Kazim Erdogan und verweist damit auf einen weiteren Preisträger, der mit seinem Verein Aufbruch Neukölln e.V. eine Vätergruppe für teils alleinerziehende Männer mit Migrationshintergrund ins Leben gerufen hat. „In Neukölln siegen lernen, heißt von Kazim lernen!" bemerkte Gilles Duhem und auch die Beiratsmitglieder zeigten sich sichtlich beeindruckt vom Engagement und der Energie Kazim Erdogans. Die Vätergruppe habe bereits Schule gemacht, erläuterte Erdogan. Nicht nur in Deutschland gebe es verschiedene Nachahmer, sondern auch das Ausland sei interessiert daran, das Konzept zu übernehmen. „Es ist ausgesprochen wichtig und prägend für heranwachsende Kinder, dass ihre Väter sich mit ihrer Erziehung auseinandersetzen und aktiv daran beteiligt sind. Insofern kann man nur hoffen, dass auch ein paar deutsche Männer an der Vätergruppe beteiligt sind, denn hier besteht auch noch viel Bedarf!", bemerkte Gabriele Fograscher und sorgte damit für Heiterkeit im Saal.

Viele der ausgezeichneten Projekte wie z. B. auch das Belziger Forum oder das Muslimische Seelsorge-Telefon aus Berlin setzten sich mit dem Bereich Integration auseinander und machten deutlich, wie engagiert und aktiv sich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund in Brandenburg und Berlin für Integration und gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Fremdenhass stark machen. Diana Sandler aus Bernau, die für die vielfältigen Projekte ihres Vereins Diamant e.V. einen Preis von 5.000 Euro erhielt, brachte es auf den Punkt: „Ich möchte allen Helfern danken, denn alleine kann man es nicht schaffen. Schaffen können wir es nur gemeinsam."

 

Ausgezeichnet wurden Projekte aus Belzig, Berlin, Bernau, Fürstenberg und Zossen. Nähere Informationen zu allen Preisträgern finden Sie Download-Iconhier.


 

Aktiv-Preisträger/-innen erzählen von ihrem Engagement

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